Kirchenbezirk Beweglichkeit als Konstante im Leben

Pfarrer Florian Lampadius wechselt von Ellrichshausen in den Schwarzwald.
Pfarrer Florian Lampadius wechselt von Ellrichshausen in den Schwarzwald. © Foto: Foto: Ute Schäfer
Satteldorf / Ute Schäfer 13.02.2019

Pfarrer Florian Lampadius verlässt den Kirchenbezirk. Damit geht ein Pfarrer, der wie kaum ein anderer die Musik in seinen Pfarrer-­Alltag integriert. Kein Wunder, dass er hier schnell zum Bezirkspfarrer für Kirchenmusik bestellt wurde. Den Gesang hat der Pfarrerssohn, begeisterter Sänger und Chorleiter, bei seiner Mutter kennengelernt, die in jeder der Pfarrgemeinden des Vaters Kinderchöre geleitet hat. Auch die Blasmusik – vor allem das Blech – hat es ihm angetan, seit er mit etwa elf Jahren im Posaunenchor angefangen hat. Dass er auch im Posaunenchor Ellrichshausen und im Bezirksposaunenchor Mitglied ist, versteht sich für ihn von selbst.

So ist es auch das kirchenmusikalische Profil seiner neuen Gemeinde, Loffenau im Schwarzwald, das ihn gleich angesprochen hat. „Die Gemeinde ist mir ans Bein geschnappt“, sagt der 52-Jährige. „Es gibt dort eine tolle Orgel. Musikprofessoren aus Stuttgart kommen sogar, um sie zu spielen. Es gibt außerdem eine Konzertreihe und vieles mehr.“ Musik ist eine der Konstanten in seinem Leben. Die andere ist vielleicht sogar das „Beweglichsein“, das „Unterwegssein“. „Da bin ich ein typisches Pfarrerskind.“

Mobile Kanzel mit Rollen

Die mobile Kanzel, die noch in der Ellrichshäuser Kirche steht, spricht Bände: Sie ist ein Geschenk seiner vorigen Gemeinde. Deshalb will er sie wieder mitnehmen. „Sie hat Rollen und kann transportiert werden. Man kann mit ihr unterwegs sein. Das gefällt mir daran besonders.“ Denn unterwegs ist nicht nur Pfarrer Lampadius. Unterwegs sein soll auch die Kirche, sagt er: „Sie soll beweglich sein, auf Menschen zugehen, gemeinsame Erlebnisse schaffen, offen sein für alle.“

Wird Florian Lampadius Spuren hinterlassen? Sicher. Im Gemeindehaus steht unter anderem ein Flügel, den er der Gemeinde gestiftet hat. Auch sonst hat er überall Memorabilia aufgehängt und hingestellt. Es gibt das Kreuz der Afrika-Arbeit, zum Beispiel. Es erzählt von den 80 gebrauchten Fahrrädern, die die Gemeinde 2016 nach Makanda in Tansania geschickt hat. Es gibt aber auch jede Menge anderer Erinnerungsbilder und Fotos von den Gruppen der Gemeinde. „Ich will, dass jeder in der Gemeinde einen Platz findet“, sagt er. Deshalb waren ihm auch die Inklusionsgottesdienste wichtig und die Arbeit in der Fröbelschule, deren Schüler er ganz selbstverständlich konfirmiert hat.

Wegen all dieser Kontakte macht Florian Lampadius den Schritt in die nächste Gemeinde zwar mit einem lachenden, weil zu Neuem gewendeten, aber auch mit einem bedauernden Herz. Aber für ihn gibt es viele gute Gründe zum Weiterziehen. Sein Alter, zum Beispiel, ist so einer. „Wenn ich jetzt nicht noch einmal wechsle, werde ich immer schwerer vermittelbar.“ Denn das ist, berichtet er, seinem Vater so gegangen – Wolfgang Lampadius war in den 1990ern Seelsorger in Triensbach. Ein zweiter Grund zum Wechseln: Die Veränderungen, die der Pfarrplan in Ellrichshausen im Speziellen und in den Kirchengemeinden allgemein mit sich bringt: Ellrichshausen soll mit Gröningen-Bronnholzheim zusammengelegt werden. Seine neue Gemeinde ist hier in den nächsten Jahren nicht so umfassend betroffen.

„Das gehört zum Leben dazu“

Ein dritter Grund zum Wechseln – und der Auslöser, warum das gerade jetzt passiert – ist sicher die für viele überraschende Trennung von seiner Frau, die als Pfarrerin im Kirchenbezirk arbeitet. „Das ist natürlich eine ungünstige Situation“, und dass es eine neue Frau in seinem Leben gibt, glättet die Wogen nicht. „Dass eine Biografie Brüche hat, ist nun einmal so. Das gehört zum Leben dazu“, sagt Lampadius.

Info Der Abschiedsgottesdienst wird gefeiert am Sonntag, 10. März, um 14 Uhr in der Johanneskirche in Ellrichshausen und im Anschluss daran bei einem musikalischen Stehempfang im Gemeindehaus. Danach leitet Pfarrer Lampadius noch einmal den Inklusionsgottesdienst am 17. März um 10 Uhr in der Friedenskirche Altenmünster.

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