Landkreis Bekannter Aufsteiger: Rose in Eschenau

Jürgen und Adelheid Andruschkewitsch treiben seit »ewigen Zeiten« die »Rose« in Vellberg-Eschenau um. Jetzt haben sie an Punkten kräftig zugelegt.
Jürgen und Adelheid Andruschkewitsch treiben seit »ewigen Zeiten« die »Rose« in Vellberg-Eschenau um. Jetzt haben sie an Punkten kräftig zugelegt. © Foto: SWR
Landkreis / MATHIAS BARTELS 08.03.2014
Wenn sich der Südwestrundfunk bei ihm anmeldet, geht Jürgen Andruschkewitsch auch schon mal mit dem Tatort-Kommissar für eine Dokumentation über alte Apfelsorten in den Garten. Und freut sich wie ein Schneekönig, wenn er etwas mitteilen kann.

Schließlich stellt der Garten für den Spitzenkoch aus Vellberg-Eschenau den idealen Ausgleich zum aufreibenden Job in der Küche dar. "Wenn ich mich zwei Stunden am Tag um meine Kräuter kümmern kann", sagt der 54-Jährige, "dann bin ich in einer anderen Welt und entspanne total."

Die heimischen Kräuter sind es nicht zuletzt, die Jürgen Andruschkewitsch und seiner Frau Adelheid das Image eingetragen haben, das sie mittlerweile weit über die Region hinaus genießen: "Die mit den Kräutern kochen." Bis aus Stuttgart, Nürnberg, Heidelberg kommen Stammgäste, die oft ausschließlich und ganz bewusst die "Rose" ansteuern. Mund-zu-Mund-Propaganda hat dem Ehepaar den Ruf verschafft, der den beiden mittlerweile vorauseilt.

In der Vergangenheit vor allem "Slow-Foodern" ein Begriff, dürfte sich das spätestens jetzt ändern, wo die Gaststätte auch von renommierten Gastro-Kritikern entdeckt worden ist - und bei ihnen kräftig punktet. Im vergangenen Jahr erstmals gelistet, hat es Andruschkewitsch mittlerweile auf 24 Punkte in der "Restaurant-Rangliste" gebracht. "Vor Jahren war mal ein Michelin-Tester bei uns", erzählt er. "Dem hat es wunderbar geschmeckt, aber dann hat er uns gestanden, er habe keine Schublade, in die er das Lokal einordnen könnte." So kanns gehen! Seit allerdings Begriffe wie "vegetarisch" und "vegan" Eingang in breitere Bevölkerungsschichten und ins Massenbewusstsein gefunden haben, stehen auch die Andruschkewitschs nicht mehr so isoliert da wie noch vor Jahren.

Wobei, wie der Küchenmeister zugibt, bei ihm durchaus Fleisch und Fisch auf den Tisch kommen. "Ich kaufe immer ganze Tiere aus der Region", gesteht er. Die werden komplett verarbeitet, selbstverständlich auch die sogenannten unedlen Stücke. "Gerade darin zeigt sich doch die Meisterschaft eines Kochs, daraus etwas Supertolles zu kreieren", meint Jürgen Andruschkewitsch.

Seine Lieferanten wirds freuen. Der Gastronom setzt bewusst auf Produzenten aus einem Umkreis von 30 Kilometern: "Hier gibt es hervorragende Lieferanten, da brauchts gar keinen Gockel aus Frankreich." Sicher: Von Zeit zu Zeit gibt es auch in der "Rose" mal eine Muschelwoche, werden Salzwasserfische kredenzt, doch in der Regel baut man auf Qualität aus der Region.

"Das alles hat sich so über Jahre entwickelt, und es ist gut so. Wir haben unsere Linie gefunden, mit der wir bestens klarkommen", ergänzt er. "Da brauchts gar keinen Top-Kritiker mit seinen Punkten, Sternen und Kochlöffeln." Dessen Lob freut ihn, doch allein auf Sterne hinzuarbeiten, das hat sich der Meisterkoch schon lange abgeschminkt. Denn: "Das größte Lob ist mir und meiner Frau die begeisterte Zustimmung unserer Gäste."

DIE (STERNE-)RANGLISTE DER "KÜCHEN-KÜNSTLER" AUS DER REGION

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