45 Teams mit jeweils drei Fahrern standen um Punkt 15 Uhr an der Startlinie bereit, um das dreistündige Rennen über die Strecke der Mofafreunde Eulenhof in Angriff zu nehmen. Der knapp einen Kilometer lange Parcours über den Acker ist durch mehrere Hindernisse wie ein tiefes Matschloch, steile Kurven, Hügelpisten und hohe Sprungschanzen erschwert. "Dabei müssen die Teilnehmer ihr Können, Überwindung und genug Durchhaltevermögen beweisen", erklärt Alexander Hemming, Vorstand des Vereins Mofafreunde Eulenhof. Knapp zwei Wochen arbeitet das Team in jedem Jahr an den Vorbereitungen zum Rennen: "Es ist immer schön zu sehen, dass wir damit ein bunt gemischtes Publikum ansprechen und das Event schon weit über die Gemeindegrenzen bekannt ist", so Hemming weiter.

Unter den Teilnehmern mit den kreativen Namen wie "Panzerknacker" oder "Jolly Jumper" war auch das Frauenteam "Sister Act", bestehend aus drei Schwestern, die eigentlich zum dritten Mal dabei sein wollten. "Leider fallen meine zwei älteren Schwestern dieses Jahr krankheitsbedingt aus, sodass ich meine Freundin Tina mit ihrem Mann im Team habe", erzählt Jutta Schneck, mit 45 die Jüngste im Bunde. Sie selbst wollte auch ohne ihre Schwestern nicht auf die Teilnahme verzichten: "Das ist jedes Jahr ein Mega-Spaß, und ich bin immer schnell für so etwas zu haben."

Matschloch kostet Überwindung

Aufmerksam wurde Jutta Schneck durch ihren Neffen, der schon länger Mitglied im Verein der Mofafreunde ist. Das Überreden der Schwestern hat etwas länger gedauert, doch schließlich baute Jutta Schneck zusammen mit ihrem Schwager in der Garage ein Mofa zusammen, mit dem sie alle drei an den Start gingen. "Wir sind vom fahrerischen Können wohl am Langsamsten. Doch der Spaß dabei zählt mehr als ein Gewinn", sagt sie. In ihrer Freizeit fährt die junge Frau kein Motorrad, wie einige vielleicht vermuten: "Ich sitze nur einmal im Jahr auf einem Mofa, und das ist beim Rennen. Sonst kenne ich das nur aus meiner Jugendzeit." Angst habe sie vor dem Rennen keine: "Mir zittern nur die Hände, wenn ich das erste Mal wieder fahre", sagt sie. "Und das Matschloch ist immer eine Überwindung für mich. Außerdem wird man dabei immer ziemlich dreckig." Aber zum Glück, das sagt sie auch noch, gebe es ja eine Waschmaschine.

Egal, wie schnell man beim Mofarennen ins Ziel kommt - ohne Preis geht keiner nach Hause: Für jedes Team gibt es ein altes Mofateil als Pokal. Zusätzlich werden diejenigen in einer Sonderwertung "Classic Style" geehrt, die mit den klassischen U-Rahmen-Mofas fahren.