Braunsbach Bayerischer Abend mit Kabarett

Gerd Ferz (links) nimmt die Erlebnisse des Alltags aufs Korn.
Gerd Ferz (links) nimmt die Erlebnisse des Alltags aufs Korn. © Foto: Oliver Färber
Braunsbach / FÄR 04.11.2014
Frauen im Dirndl tragen Schweinshaxen mit Kraut und Weißwürste und stemmen so manche Maß Festbier an die Tische. Nur der Star passt nicht so ganz dazu: Kabarettist Gerd Ferz ist Hohenloher.

Der Bürgerverein hat das Steinkirchener Bürgerhaus in Oktoberfeststimmung versetzt. Zunächst schlemmen die rund 100 Besucher: Neben Haxen gibt es noch den - in Hohenlohe schon eher eingeführten - Leberkäse mit Kartoffelsalat. Obs dem Bayern die Tränen in die Augen treibt, dass es abends Weißwürste mit süßem Senf gibt, wo doch die Regel gilt, dass die Würste das Mittagsläuten nicht erleben sollen?

Zum Festbier - natürlich aus dem Maß - oder Weizen wird auch eine "gstandene Musi" serviert: Die Jagdhornbläser sind als Überraschungsgäste gekommen. Unplugged, wie man heute sagt, bleibt es so in Steinkirchen auch richtig traditionell.

Bis Gerd Ferz an den Stehtisch tritt, von dem aus er wenig später die größten Weisheiten von sich gibt: Ferz stammt aus dem Main-Tauber-Kreis - ein waschechter Hohenloher, der nicht bayerisch, sondern eben so redet, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Vor allem betrachtet er das Verhalten seiner Familie kritisch: Seinen Bruder, der Kochkurse nur besucht, um Frauen kennen zu lernen, oder seine Mutter, die Kurse wie Aqua-Jogging bei der Volkshochschule besucht. "Aqua-Jogging ist für die, die zu faul sind zum Laufen und zu dumm zum Schwimmen", frotzelt er. Das Publikum lacht und applaudiert.

Überhaupt kritisiert er, wie selbstständig seine Mutter seit dem Tod seines Vaters geworden ist: "Jahrzehntelang hat sie die Gosche nicht aufbekommen, jetzt hat sie fast manchmal eine eigene Meinung." Er selbst halte sich ja für den "Hohenloher George Clooney". Ferz macht sich auch über den Alltag lustig, wie Apotheken, die man ja immer zwei Mal besuchen müsse: "Weil - die haben des Zeugs ja nie da." Das Publikum hat viel zu Lachen - und am Ende gibts donnernden Applaus.