Dass es vielleicht wirklich an der Zeit ist, die Gemeindehalle in Haselhof grundlegend zu sanieren, dürfte wieder einmal im vergangenen Jahr deutlich geworden sein. Nach einem Heizungsrohrbruch mussten Leitungen auf zwei, drei Metern ausgetauscht werden. Demnächst – und das ist die gute Nachricht – sollen sämtliche Wasser- und Heizungsrohre erneuert werden, dazu die sanitären Anlagen und die gesamte Elektroinstallation, aber das ist noch lange nicht alles. Architekt Matthias Weinrich aus Crailsheim stellte in der Februar-Sitzung des Kreßberger Gemeinderates die sogenannte Ausführungsplanung zur Sanierung der Gemeindehalle vor.

Die rund 1,8 Millionen Euro, die Weinrich für das Projekt veranschlagt, beinhalten zudem eine Deckenstrahlheizung, die über Strahlungswärme den Fußboden erwärmt. Auf die Heizung an der Nordwand wird verzichtet, dafür ist dann Platz für Ausgänge ins Freie. Daneben bekommt die Gemeindehalle einen barrierefreien Haupteingang.

Innen entsteht ein neuer Geräteraum, der alte wird zur Umkleide umgebaut. Die alten Schränke in der Küche kommen raus, dafür gibt es eine Edelstahlausstattung inklusive Gasherd mit automatischer Löscheinrichtung und Geschirrspüler. Das Vereinszimmer kriegt eine Außentür, der Parkettboden wird abgeschliffen und neu versiegelt. Die übrigen Räume erhalten Vinylböden – „eine feine Geschichte“, findet Weinrich. Der Parkettschwingboden in der Halle bleibt erhalten und wird ebenfalls abgeschliffen, die Unterkonstruktion ist in einem guten Zustand. Für die Beleuchtung sorgen dimmbare Lichtbänder.

Ein Thema ist noch der Brandschutz. Nach Ansicht des Architekten sind die vielen mehrere 10 000 Euro teuren Brandschutztüren, die Kreisbrandmeister Werner Vogel fordert, nicht notwendig – für Weinrich „unsinnige Auflagen. Wenn was passiert, bin ich sofort draußen.“ Seiner Meinung nach würde ein externes Brandschutzgutachten genügen, für 2800 Euro.

„Kürzere Bauzeit kostet Geld“

Was klar ist: „Wir kommen in eine nicht ganz einfache Phase hinein, was die Handwerker angeht“, sagt Bürgermeister Robert Fischer, „eine wirklich schwierige Zeit.“ Die Auftragsbücher seien voll, diesem Effekt wolle man begegnen, indem man den Ausführungszeitpunkt nicht zu sehr einengt.

Gemeinderat Norbert Gary will wissen, ob Weinrich darüber nachgedacht habe, die Arbeiten von einem Generalunternehmer ausführen zu lassen. „Nur beim Neubau“ käme das infrage, betont der Architekt. Bei einem Umbau gebe es „zu viele Unsicherheiten. Das Kostenrisiko kalkuliert der.“ Die Folge: „Man zahlt drauf.“

Schneller bauen wäre auch möglich, sagt Weinrich. „Aber wenn ich ein Auto mit 100 fahre, verbrauche ich weniger Sprit als mit 170.“ Mit anderen Worten: „Kürzere Bauzeit kostet Geld.“ Ausgeschrieben werden jetzt alle Gewerke auf einmal, „dann wissen wir, wo wir stehen“. Im Juni ist Vergabe, im Juli sollen die Arbeiten losgehen. Die Bauzeit beträgt eineinhalb Jahre.

Während dieser Zeit müssen die Gruppen und Vereine in andere Hallen ausweichen, einige kommen bei der evangelischen Kirchengemeinde unter. Die Kindergartenkinder von nebenan können teilweise das Foyer der Halle nutzen.