Man muss kein leidgeprüfter Autofahrer sein, um festzustellen, dass im Landkreis Schwäbisch Hall und darüber hi­naus gerade an vielen Straßen gebaut wird. Es genügt beispielsweise schon, in Fichtenau oder Stimpfach zu wohnen. Denn die Gemeinden haben massiv mit dem Ausweichverkehr zu kämpfen, den die Dauerbaustelle Virngrundtunnel auf der A 7 mit sich bringt.

Durch Stimpfach führt auch die offizielle Umleitung, die die Sanierung der B 290 zwischen Crailsheim und Steinbach an der Jagst erforderlich macht. Gesamtkosten der Maßnahme: 2,5 Millionen Euro. Auf der Bundesstraße verkehren im Durchschnitt rund 7300 Fahrzeuge täglich, vier Prozent davon sind Lkw.

Ende November soll der Streckenabschnitt fertig sein

Der Bauabschnitt zwischen Crailsheim und Jagstheim wurde bereits fertiggestellt – vor dem Crailsheimer Volksfest im September, das war das Ziel. Und danach ging es unter Vollsperrung weiter. Eigentlich sollte der Bauabschnitt zwischen Jagstheim und Steinbach an der Jagst, Sanierung einer Jagstbrücke inklusive, bis Mitte November abgeschlossen sein. Neuer Termin ist jetzt Ende November, wenn das Wetter mitspielt.

Warum es zu der Zeitverschiebung kommt, erklärt Wolfgang Reimer gestern bei einem Vororttermin in Jagstheim. Der Regierungspräsident ist nicht allein gekommen, in seinem Gefolge befinden sich: Heiko Engelhard, Marcel Haderer, Michaela Weidig und Tanja Taplik vom Baureferat Ost des Regierungspräsidiums Stuttgart, Außenstelle Ellwangen, sowie Chefin Ursula Bortolazzi, Bauleiterin Anna Rief und Polier Thomas Rieß von der ausführenden Firma Bortolazzi Straßenbau aus Bopfingen. Auf der Baustelle habe sich „etwas Überraschendes“ aufgetan, sagt Reimer.

Die Verwerfungen und Setzungen des Straßenbelags wurden zwar vorher untersucht, aber es stellte sich erst während der Bauarbeiten auf dem 3,5 Kilometer langen Abschnitt zwischen Jagstheim und Steinbach an der Jagst heraus, dass der Untergrund auf 350 Metern viel schlechter war als gedacht, er erwies sich als nicht ausreichend tragfähig.

Der Untergrund sei weich und breiig gewesen, fügt Heiko Engelhard hinzu. Und deshalb wurde ordentlich nachgebessert. Mehrmals wurden Steine so groß wie Handbälle eingewalzt, bis sich diese verkeilten. Zudem sorgt jetzt ein sogenanntes Geogitter aus Kunststoff für noch mehr Stabilität der Tragschicht.

„Man musste viel mehr machen“, so sagt es Reimer. Es habe „Nachholbedarf im Untergrund“ gegeben. Klar, dass sich dieser Mehraufwand auch auf die Gesamtkosten von 2,5 Millionen Euro auswirkt. Sonst sei der Zustand der Bundesstraße in Ordnung gewesen, so Reimer weiter. Er hofft, „dass es wieder 15 Jahre hebt“.

Tempo 100 statt Tempo 70 auf der neuen Strecke

Dann kommt Reimer noch mal auf den Nachholbedarf zu sprechen: „Wir feiern gerade 30 Jahre Mauerfall, aber die Straßenmittel sind in den ersten 20 Jahren in die neuen Bundesländer geflossen.“ Seit 2013 ginge es in Baden-Württemberg wieder aufwärts, aber den Rückstand hole man nicht so schnell auf. „Der Infrastrukturausbau muss weitergehen“, betont Reimer, und: „Wir bitten die Bürger um Verständnis, wenn es zu Sperrungen und Umleitungen kommt.“

In den nächsten Jahren soll der Abschnitt der B 290 zwischen Randenweiler und Jagstzell saniert werden, heißt es, derzeit wird der Zustand untersucht. Erst einmal fließt Ende November der Verkehr zwischen Jagstheim und Steinbach an der Jagst wieder. Statt Tempo 70 ist dann Tempo 100 erlaubt.

Das könnte dich auch interessieren:

Baumfäll-Arbeiten bei Bergbronn Holzfäller entfernen gefährliche Bäume

Crailsheim

7300


7300