Region Bauern und Grüne gemeinsam im Stall

Landwirt Andreas Schunter (links) empfängt Gäste von Bauernverband und Landespolitik: Helmut Bleher (Bauernverband), Willi Halder und Petra Häffner (Grünen-Fraktion) sowie Bauernverbands-Präsident Klaus Mugele. Privatfoto
Landwirt Andreas Schunter (links) empfängt Gäste von Bauernverband und Landespolitik: Helmut Bleher (Bauernverband), Willi Halder und Petra Häffner (Grünen-Fraktion) sowie Bauernverbands-Präsident Klaus Mugele. Privatfoto
SWP 05.03.2014
In der Tierschutz-Debatte fühlen sich Landwirte oft zu Unrecht an den Pranger gestellt. Jetzt besichtigten Grüne-Abgeordnete einen Schweinezuchtbetrieb in Burgstetten-Erbstetten (Rems-Murr-Kreis).

"Wir müssen im Gespräch bleiben und daran arbeiten, Feindbilder abzubauen", sagt Klaus Mugele, der Vorsitzende des Bauernverbandes Schwäbisch Hall-Hohenlohe-Rems. Zustimmung erhält er von den beiden Grünen-Landtagsabgeordneten Petra Häffner und Willi Halder (Rems-Murr-Kreis).

Sie besuchten kürzlich gemeinsam den Schweinezuchtbetrieb der Familie Schunter in Burgstetten-Erbstetten. "Angesichts der großen Tierhaltungsbetriebe im Norden haben es die mittelständischen Betriebe in Süddeutschland schwer", so Häffner. Die grünen Agrarpolitiker sehen deshalb die Zukunft der klein- und mittelbäuerlich strukturierten Landwirtschaft Baden-Württembergs bei der Qualitätsproduktion, schreibt der Bauernverband in einer Pressemitteilung.

Noch im Januar 2013 hatten die Vertreter des Bauernverbandes und die grünen Abgeordneten das Papier der Grünen zur Tierhaltung kontrovers diskutiert. Petra Häffner und Willi Halder organisierten daraufhin mit dem Bauernverband einen Besuch bei Andreas Schunter in Erbstetten. Die Familie bewirtschaftet einen Ackerbaubetrieb mit rund 230 Muttersauen und Mast. Der Hof gehört damit zu den größeren Betrieben im Rems-Murr-Kreis.

Die Abgeordneten erfuhren, wie die Umsetzung von Tierschutzrichtlinien vor Ort gehandhabt wird. Andreas Schunter stellte dar, dass Kompromisse zwischen Hygiene und Standgröße so gefunden werden müssten, dass die Gesundheit der Tiere oberste Priorität habe.

Auf Unverständnis stieß bei den Abgeordneten, dass ministerielle Erlasse den Landwirten nicht im Wortlaut zur Verfügung stünden. So könnten sie nicht nachlesen, dass spezifische Landesregelungen teilweise eine Verschärfung gegenüber den Vorschriften in anderen Bundesländern bedeuteten.

Klaus Mugele, Vorsitzender des Bauernverbandes, sagte, er freue sich, wenn der Kontakt dazu diene, den Dialog zwischen Politik und Landwirtschaft zu intensivieren und Vorbehalte abzubauen. Die Bauern hätten es satt, "bei jeder Gelegenheit verunglimpft und durch den Schmutz gezogen" zu werden.