Aus allen Himmelsrichtungen kamen sie angetuckert, viele schon am Freitagabend mit Wohn- und Bauwagengespannen - die stolzen Traktoristen auf ihren historischen Modellen, die ruhmreiche Namen wie Allgaier, Lanz oder Hanomag tragen. Ortsvorsteher Karl Schüler und sein Organisationsteam hatten alle Hände voll zu tun, um dem Ansturm aus 475 Oldtimern, darunter auch 51 alte Motorräder und Autos Herr zu werden. Am Samstag gegen 12 Uhr waren alle vorbereiteten Anmeldebögen bereits ausgefüllt, sodass Rathausmitarbeiterin Beate Meinikheim schnell Nachschub beschaffte.

Den weitesten Weg nach Beimbach brachte Simeon Leopold aus Bad Urach auf seinem Deutz 5206 hinter sich, und als ältesten Bulldog hatte Christian Sigloch aus Kirchberg seinen petroleumbetriebenen ICH-Kerosene aus dem Jahr 1919 mitgebracht. Die in Reih und Glied auf der großen Festwiese aufgestellten Schlepper boten wieder viel Gesprächsstoff für die vielen Besucher und riefen Erinnerungen an die beschauliche "gute, alte Zeit" wach, als man noch mit zwölf oder 15 PS aufs Feld fuhr.

Sehr wertvoll und beispielhaft findet Walter Langohr aus Marktheidenfeld das Beimbacher Schleppertreffen, das über elf Jahre hinweg einen kontinuierlichen Zuwachs erfuhr. "Sünd und Schand" sei es gewesen, dass man die Zeugnisse historischer Landtechnik noch vor wenigen Jahrzehnten zum alten Eisen gegeben habe. "Wir haben so eine reiche Landkultur, da dürfen wir ruhig mehr Selbstbewusstsein zeigen", meint der pensionierte Agraringenieur. Inzwischen ist er Autor dreier Bücher, in denen er spannend und mit viel Charme seine Kindheit und Jugend auf dem elterlichen Bauernhof bei Dinkelsbühl beschreibt. Seine schönsten Geschichten hat er in einem Hörbuch versammelt. Der Titel: "Als wir mit dem Porsche noch aufs Feld fuhren. . ."

Auch das Markttreiben hat auf einem der ältesten Hohenloher Jahrmärkte (der "Bardlmä" wurde erstmals 1484 urkundlich erwähnt) neuerdings wieder eine Renaissance erfahren: Während bis vor wenigen Jahren ein bescheidener Krämermarkt mit Händlern, die eigentlich auf der Muswiese-Warteliste standen, am Rande des Festgeländes vor sich hindümpelte, erfreut sich heute ein gut sortierter Bauernmarkt mit vielen köstlichen Spezialitäten aus der Region zunehmender Beliebtheit bei den Gästen. Von Bauernhofeis über hausgemachte Fruchtaufstriche, edle Liköre, Essige und Kräuteressenzen bis hin zu traditionellem Hohenloher Schmalzgebäck reichte das kulinarische Spektrum.

Als umtriebige Botschafterin der alten bäuerlichen Kultur in Hohenlohe war Luise Wirsching aus Spielbach mit ihren historischen Gerätschaften vertreten. Allein 14 verschiedene Gabeln hatte sie mitgebracht, die früher auf den Höfen für unterschiedliche Arbeiten zum Einsatz kamen. Die Bäuerin aus der Landwehr kennt sie alle noch genau und scharte mit ihren Geschichten vom Landleben früher viele Zuhörer um sich. Sie hat auch etliche, heute schon oft vergessene Hohenloher Sprichwörter gesammelt, die sie auf runden Kartons in handgeflochtenen Körben und Näpfen präsentierte.