Kommt die Raiffeisenbank Tüngental mit einem Betreuungsangebot für Senioren nach Untermünkheim? Mit diesem Thema befassen sich die Gemeinderäte in ihrer vergangenen Sitzung.

Ellwangen/Rot am See

„Sie wissen alle, die Bankenlandschaft in der Gemeinde hat sich etwas verändert“, sagt Bürgermeister Christoph Maschke. Eine Aufwertung könne durch ein Betreuungsangebot der Raiffeisenbank Tüngental entstehen. Andreas Stein, Vorstand dieser Bank, nutzt die Gelegenheit, um die speziell auf Senioren ausgerichtete Dienstleistung vorzustellen. „Der Raiffeisen-Gedanke ist in der heutigen Zeit der Digitalisierung und Globalisierung von großer Bedeutung“, beginnt er seine Rede. Seit 2016 biete die Bank nach diesem Grundsatz „Miteinander, füreinander“ den Service für ältere Kunden an drei Standorten an.

Einfache Abwicklung

„Wenn ich als Kunde nun zu Ihnen komme, wie ist da die Abwicklung“, möchte Rätin Beate Breitkreuz wissen. Eine Kontoeröffnung wäre unbürokratisch in Untermünkheim möglich, erklärt Stein. Das Angebot sei gut, aber sie möchte dieses wegen einer möglichen Wettbewerbsverzerrung nicht im Rathaus haben, stellt Breitkreuz klar. „Das ist aber eine vertraute Umgebung für die Senioren“, gibt der Bankvorstand zu bedenken. „Sind Auszahlungen nicht möglich?“, fragt Gemeinderätin Silke Ekstein. „Doch. Das Geld bringen wir frei Haus“, macht Stein deutlich. Ein Anruf genüge und es werde kostenlos vorbeigebracht. Peter Busch möchte wissen, ob es  für Berufstätige ein Angebot zu anderen Uhrzeiten gebe. Der Banker betont, dass er selbst nach Absprache bei den Kunden vor Ort berate. „Wie sieht es mit einem Bankautomaten aus?“, bohrt Busch weiter.

„Das Angebot muss erst einmal starten. Ein Geldautomat ist immer ein Kostenfaktor, besonders für eine kleine Bank wie die Raiba Tüngental“, so Stein. Grundsätzlich schließt er ein Gerät jedoch nicht aus. „Das kostenlose Angebot hört sich verlockend an, doch bleibt es dabei?“, fragt Hermann Stapf. Die Bank sei wirtschaftlich gut aufgestellt und denke nicht an eine Gebührenerhöhung, sagt Stein. Ob eine Mitgliedschaft nötig sei, möchte Thomas Unfried wissen. „Heute geht es auch ohne. Wir haben derzeit eine Dividende von 6,5 Prozent“, lockt der Vorstand. „Ist die Kontoänderung mit Aufwand verbunden?“, fragt Elke Gruber nach. Dies verneint Stein.

Das Gemeindeoberhaupt fragt: „Wie gehen wir auf das Angebot nun ein?“ Ein bald leerstehendes Ladengeschäft in der Hohenloher Straße 20 biete sich als Beratungsstelle an. „Ich denke, dass wir den Antrag so stellen können, nachdem uns die VR-Bank über Nacht im Stich gelassen hat“, sagt Rainer Wolpert.

Pachtvertrag wird ausgehandelt

Maschkes Beschlussvorschlag: „Der Bank wird angeboten, Räumlichkeiten anzumieten. Die Verwaltung handelt einen Pachtvertrag aus, dadurch entsteht keine Wettbewerbsverzerrung.“ Alle Räte befürworten den Vorschlag und stimmen zu.

Der Raiffeisen-Gedanke hat bis heute Bedeutung


Vor mehr als 100 Jahren hat Friedrich Wilhelm Raiffeisen die erste Genossenschaft gegründet. Sein Grundsatz lautete: „Anteil haben, Anteil nehmen, Verantwortung übernehmen. Miteinander. Füreinander. Für die Ziele, die man hat. Für den Ort, in dem man lebt.“

Eine Beratung durch die Raiffeisenbank Tüngentall soll donnerstags und freitags je von 10.30 bis 12 Uhr in Untermünkheim erfolgen. coja