Langenburg Bakterienbelastete Würste in Hessen produziert

Langenburg / Sebastian Unbehauen 06.12.2018
Dem Landratsamt sind keine Krankheitsfälle nach dem Verzehr der „Demeter-Lammbeißer“ bekannt.

Die Lammwürste, vor deren Verzehr das Landratsamt am Dienstag gewarnt hat, stammen nicht aus der Region. Laut Landratsamt wurden sie im ­Auftrag der Langenburger Schafskäserei Fischer von einem Bio-Metzgereibetrieb im hessischen Habichtswald-Ehlen hergestellt. „Die zuständigen Behörden in Hessen wurden bereits informiert und entsprechende Ermittlungen werden im Hersteller­betrieb sowie durch unser Veterinäramt im Betrieb Fischer vorgenommen“, schreibt die Kreisverwaltung auf Nachfrage unserer Zeitung.

Gesundheitsgefährdende Bakterien – sogenannte verotoxinbildende Escherichia coli – waren am Montag bei einer Kontrolle der „Lammbeißer“-Charge mit Verbrauchsdatum 14. Februar 2019 durch das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart nachgewiesen worden. Sie können eine EHEC-Erkrankung (siehe Infokasten) auslösen, die vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern, Senioren und Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem bisweilen einen schweren Verlauf mit blutigen Durchfällen nimmt.

Wie das Landratsamt mitteilt, wurden nach derzeitigem Erkenntnisstand 25 Packungen der Würste mit jeweils circa 200 Gramm Inhalt in den Verkehr gebracht. Tatsächliche Krankheitsfälle seien der Behörde nicht bekannt.

Zum Hintergrund: Untersuchungen ihrer Ware müssen Lebensmittelunternehmer auf Basis der europäischen Verordnung über mikrobiologische Kriterien für Lebensmittel in eigener Verantwortung nach einem von ihnen aufzustellenden Plan vornehmen. „Von amtlicher Seite erfolgen regelmäßige, risikoorientierte Probenahmen, mit denen unter anderem festgestellt wird, ob den Eigenkontrollverpflichtungen nachgekommen wird“, schreibt das Landratsamt. Im Fall der „Lammbeißer“ werde „nach Abschluss der derzeit laufenden Ermittlungen“ über das weitere Vorgehen entschieden. Es bestehe grundsätzlich die Möglichkeit der Einleitung eines Strafverfahrens wegen des Verdachtes des Inverkehrbringens eines gesundheitsschädlichen Lebensmittels gemäß Paragraf 58 des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches, teilt das Landratsamt mit.

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Was ist EHEC?

Die Abkürzung steht für „Enterohämorrhagische Escherichia coli“, wobei es sich um eine bakteriell übertragbare Magen-Darm-Erkrankung handelt. Die Übertragung erfolgt laut einem Informationsblatt des Landratsamtes unter anderem „indirekt über fäkal kontaminierte Lebensmittel, vor allem durch unzureichend gegartes Rindfleisch, Rohwurst, nicht pasteurisierte Milch und Rohmilchprodukte“.

Zu den Symptomen schreibt das Landratsamt: „Übelkeit, Erbrechen, selten Fieber. Bei 10 bis 20 Prozent der Erkrankten Dickdarmentzündung mit blutigen Stühlen. Unabhängig von der Verlaufsform können in fünf bis zehn Prozent der symptomatischen EHEC-Infektionen schwerwiegende Komplikationen vonseiten der Niere oder Blutungen auftreten“. Nach dem Wurstverzehr ohne Symptome vorsorglich zum Arzt zu gehen, sei nicht sinnvoll. sebu

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