Bahn Bahnübergänge in Schrozberg: Brücke und Tunnel debattiert

Die anno 1869 gebaute Tauberbahn führt mitten durch Schrozberg - mitsamt zwei Bahnübergängen. Ein schrankenloser Verkehr in der Stadt stand in den letzten Jahrzehnten wiederholt auf der Tagesordnung des Gemeinderates. Foto: Harald Zigan
Die anno 1869 gebaute Tauberbahn führt mitten durch Schrozberg - mitsamt zwei Bahnübergängen. Ein schrankenloser Verkehr in der Stadt stand in den letzten Jahrzehnten wiederholt auf der Tagesordnung des Gemeinderates. Foto: Harald Zigan
Schrozberg / HARALD ZIGAN 07.03.2013
Eine von der Grünen-Fraktion im Kreistag angeregte Debatte rückt ein Uralt-Projekt in den Blickpunkt: Pläne für eine Beseitigung der Bahnübergänge in Schrozberg wurden schon vor 30 Jahren geschmiedet.

Die Grünen-Fraktion im Kreisparlament scheiterte unlängst mit ihrem Ansinnen, das in ihren Augen "unsinnige" Vorhaben aus dem bis zum Jahr 2025 aufgestellten Generalverkehrsplan des Landes zu streichen.

Der Ausschuss für Umwelt und Technik des Kreisparlaments lehnte einen entsprechenden Antrag des Fraktionsvorsitzenden Hans-Joachim Feuchter mit großer Mehrheit ab (das HT berichtete) - sehr zur Genugtuung der Stadtverwaltung, die eine zumindest langfristige Chance auf ein schrankenloses Schrozberg nicht leichtfertig zu den Akten gelegt wissen wollte.

Die beiden Bahnübergänge in der Stadtmitte beim LBV-Lagerhaus an der Landesstraße 1001 und an der nach Kälberbach führenden Landesstraße 1022 in der Nähe der früheren Firma Drews beschäftigten das Schrozberger Stadtparlament bereits im Jahr 1984 sehr intensiv.

Innerorts an der Landesstraße 1001, so die damaligen Überlegungen, könnte ein Tunnel nahe der LBV das seit anno 1869 bestehende Hindernis beseitigen - und außerorts, an der Landesstraße 1022, könnte eine große Brücke die Andreaskreuze überflüssig machen. Der Teufel steckte aber im Detail: Landwirte machten sofort Front gegen eine drohende Flurbereinigung - und ein Tunnel beim Lagerhaus der LBV hätte derart tief gebuddelt werden müssen, dass die Ausfahrt in Richtung Niederstetten wohl nur über einen spiralenförmigen Kreisel wieder ans Tageslicht geführt hätte.

Einmal abgesehen davon, ob es sich vor 29 Jahren um "genehmigte Planungen" (Hans-Joachim Feuchter) oder nur um "Planentwürfe" (Bürgermeister Klemens Izsak) gehandelt hat: Die Stadträte winkten seinerzeit ab und die Papiere verschwanden in den Schubladen.

Einen zweiten Anlauf zu einer Lösung des Schranken-Problems gab es im Jahr 1991: Der Gemeinderat debattierte über verschiedene Varianten, die beiden Bahnübergänge durch ein einziges Kreuzungsbauwerk zu ersetzen - zum Beispiel durch einen Tunnel, der die Gleise in einer Baulücke zwischen dem LBV-Lagerhaus und der damaligen Firma Drews unterqueren könnte. Aber auch diese Überlegungen wurden vom Schrozberger Gemeinderat wieder verworfen.

Mittlerweile hat sich die städtebauliche Situation in Schrozberg stark verändert. Am Ziel, die Bahnübergänge zu beseitigen, will das Schrozberger Rathaus aber auf jeden Fall festhalten. Einen Vorschlag hierfür hat die Grünen-Fraktion im Kreistag schon gemacht - nämlich die gesamte Bahnlinie im innerstädtischen Bereich tiefer zu legen.

Ein solches "Schrozberg 21" dürfte wohl nicht ganz billig werden. Nach Ansicht von Bürgermeister Klemens Izsak braucht es dafür aber erst recht einen sicheren Platz auf der Liste des Generalverkehrsplanes.