Rot am See Bahnhofsvorplatz-Sanierung: Ordnung ins graue Chaos

So sieht der Plan für die Sanierung des Bahnhofsvorplatzes in Rot am See aus. Rot eingezeichnet sind Bahnhofsgebäude und Lagerschuppen. Rechts ist die Bushalteinsel zu sehen, links die Parkplätze. Plan: Ingenieurbüro Franke und Krupp
So sieht der Plan für die Sanierung des Bahnhofsvorplatzes in Rot am See aus. Rot eingezeichnet sind Bahnhofsgebäude und Lagerschuppen. Rechts ist die Bushalteinsel zu sehen, links die Parkplätze. Plan: Ingenieurbüro Franke und Krupp
SEBASTIAN UNBEHAUEN 04.10.2014
Dass Rot am See zu den schmuckeren Ortschaften im Altkreis Crailsheim zählt, wird kaum einer bestreiten. Am Bahnhofsvorplatz allerdings herrscht chaotisches Grau-in-Grau. Das soll sich bald ändern.

"Ein wilder Platz, relativ wenig geordnet" - so beschrieb Bürgermeister Gröner das Vorfeld des Roter Bahnhofs in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Dass dort etwas passieren soll, ist schon lange erklärtes Ziel der Gemeinde. So hat es die Maßnahme bereits mehrmals in die Finanzplanung geschafft. Immer wieder aber wurde sie zurückgestellt. Anderes war wichtiger. Jetzt wird die Planung konkret. Das ist kein Zufall: Immer mehr Busse halten am Bahnhof, weil der Schülerverkehr zunehmend auf die Schiene verlegt wird.

Der Haller Planer Erich Krupp präsentierte den Gemeinderäten jetzt, was vorgesehen ist. "Die Grobplanung ist mit allen abgesprochen, die etwas mitzureden haben", sagte Gröner - und meinte damit etwa den Kreisverkehr und das Regierungspräsidium.

Was also steht an? Die große Fichte und das kleine Bushäuschen kommen weg. Stattdessen entsteht eine lange Halteinsel, nicht direkt vor dem Gebäude, sondern aus Frontalsicht nach rechts versetzt. Dort sollen vier Busse gleichzeitig stoppen können. Alles soll auf dem neuesten Stand sein: barrierefrei, mit einem Leitsystem für Blinde. Natürlich auch mit Wartehäuschen, Sitzgelegenheiten, ausreichend Beleuchtung, Mülleimern.

Neue Gehwege stellen sichere Verbindungen zum Bahnhof und zu Pkw-Parkplätzen her, die ebenfalls angelegt werden - zwölf an der Zahl, darunter ein Behindertenstellplatz. Auch 17 überdachte Fahrradstellplätze werden vorhanden sein, "mit Vorrichtungen, die sehr massiv sind und an denen man das Fahrrad anlehnen und sichern kann", wie Planer Krupp sagte.

Dazu werden Grünflächen angelegt, die zu seinem ansehnlicheren Erscheinungsbild beitragen, nicht aber den Blick auf das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude versperren sollen. Das Gelände rund um den angrenzenden Lagerschuppen wird ebenfalls aufgeräumt und neu gestaltet. Weil im Bahnhof das Jugendhaus der Gemeinde untergebracht ist, bleibt der Platz direkt vor dem Eingang frei.

600.000 Euro für den Vorplatz

Der Gemeinderat hat einstimmig entschieden, dass auf der Basis dieser Planung die Förderanträge gestellt werden. Fast 600.000 Euro wird die Aufwertung des Bahnhofsvorplatzes voraussichtlich kosten, wobei wohl ein großer Teil davon mit Fördermitteln des Landes bestritten werden kann.

Stellt sich noch die Frage: Was ist eigentlich mit dem Bahnsteig? Auch der ist marode und alles andere als behindertengerecht. "Das ist Sache der Bahn", sagte Gröner. Und da mahlen die bürokratischen Mühlen bekanntlich nicht in ICE-Geschwindigkeit. Sollte sich freilich dennoch etwas tun, dann "ist die Gemeinde kostenmäßig beteiligt", machte der Bürgermeister klar.