Landkreis Babys guten Start ermöglichen "Frühe Hilfen" des Kreises Hall - Familienhebammen helfen Familien in Notlagen

Die Familienhebamme Manuela Nitschke (links) untersucht bei einem Hausbesuch in Halle-Neustadt die im achten Monat schwangere Manuela Tandel. Auch im Landkreis Hall soll das Hebammen-System zum Schutz der Kinder dienen. Foto: dpa
Die Familienhebamme Manuela Nitschke (links) untersucht bei einem Hausbesuch in Halle-Neustadt die im achten Monat schwangere Manuela Tandel. Auch im Landkreis Hall soll das Hebammen-System zum Schutz der Kinder dienen. Foto: dpa
Landkreis / SIGRID BAUER 17.01.2014
Wenn sich Eltern Neugeborener in schwierigen Lebenssituationen befinden, können sie Hilfe von Familienhebammen bekommen. Ab 2014 wird dies festes Angebot des Landkreises innerhalb der "Frühen Hilfen".

Familienhebammen sind Hebammen, die eine spezielle Ausbildung absolviert haben, um Babys einen guten Start ins Leben zu ermöglichen - auch wenn die Kleinen in ein schwieriges, mit Problemen belastetes Umfeld geboren werden. Die Hebammen sollen helfen, dass sich Babys auch unter ungünstigen Umständen, etwa bei Partnerschaftskonflikten, Arbeitslosigkeit oder gesundheitlichen Problemen der Mutter gut entwickeln. Nach der Geburt kommen die Helferinnen zu jungen Familien und Müttern nach Hause und unterstützen sie dabei, die körperlichen und seelischen Bedürfnisse des Kindes zu erkennen und auf sie einzugehen. Wenn nötig, vermittelt die Familienhebamme weitere Hilfsangebote. Ziel ist eine feste und sichere Beziehung zwischen Mutter und Kind.

Während der eineinhalbjährigen Projektzeit "Familienhebammen im Landkreis Hall" waren zwei Hebammen neben ihrer normalen Arbeit auch einige Stunden pro Woche als Familienhebammen im Einsatz. Dabei hat sich gezeigt, dass das Angebot sinnvoll ist und vielfach nachgefragt wird. Der Jugendhilfeausschuss des Kreistags hat deshalb in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, das Angebot fest in das Konzept der sogenannten "Frühen Hilfen" aufzunehmen.

Speziell für Familien mit Neugeborenen, die körperlich behindert, chronisch krank sind oder zu früh auf die Welt kamen, will der Landkreis auch Familienkinderkrankenschwestern einsetzen. Das sind Kinderkrankenschwestern mit einer Zusatzqualifikation. Um den Anreiz für die Weiterbildung der Hebammen und Kinderkrankenschwestern zu erhöhen, denkt die Landkreisverwaltung an eine Übernahme der Ausbildungskosten.

Den Erstkontakt zwischen diesen Fachkräften und der jungen Mutter vermitteln häufig Ärzte und Pflegepersonal der Entbindungsklinik aber auch die Mitarbeiterinnen der Schwangerenberatungsstelle, an die die Familienhebammen angebunden sind. "Die Schwangerenberatungsstelle ist der Dreh- und Angelpunkt, um die Frauen zu erreichen", so Wolfgang Engel vom Diakonieverband Hall. Derzeit schreiben der Diakonieverband Schwäbisch Hall und die Caritas Heilbronn-Hohenlohe, die Träger des Angebots, zwei 20-Prozent-Stellen für Familienhebammen aus. Auf die Anzeige haben sich laut Engel einige Interessentinnen beworben. "Ich bin zuversichtlich, eine gute Auswahl an Bewerberinnen zu haben", meint er. Die beiden bisherigen Familienhebammen wollen zu den ihnen zugesagten Bedingungen nicht mehr weiter arbeiten, obwohl sie die Arbeit der Familienhebammen als dringend notwendig ansehen, wie eine der beiden Frauen mitteilte. Sie waren in der Projektphase selbständig tätig und wurden auf Honorarbasis bezahlt.

Pro Familie soll die Familienhebamme bis zu 25 Stunden aufwenden. Die Aufgaben der normalen Hebamme übernimmt sie dabei allerdings nicht. Das Angebot kostet den Landkreis künftig rund 25000 Euro jährlich. Dafür erhält er sowohl vom Bund wie auch vom Land Zuschüsse, so dass der Landkreishaushalt unter dem Strich nur mit 15000 Euro belastet wird. Das ist nicht mehr, als er schon in der Projektphase für die Familienhebammen geleistet hat.

Spider Murphy Gang spielt am Samstag, 25. Januar