Mainhardt Auswärtige Kinder bringen Geld Gemeinde gibt Kostenausgleich an den Mainhardter Waldkindergarten weiter

Kinder und Erzieherinnen des Mainhardter Waldkindergartens. Im Mai 2011 hat der Trägerverein "Walderleben" eine neue Schutzhütte (im Hintergrund) errichtet.
Kinder und Erzieherinnen des Mainhardter Waldkindergartens. Im Mai 2011 hat der Trägerverein "Walderleben" eine neue Schutzhütte (im Hintergrund) errichtet. © Foto: Privatfoto
Mainhardt / WOLF-DIETER RETZBACH 31.07.2013
Der Waldkindergarten erhält von der Gemeinde Mainhardt keine höheren Zuschüsse. Der Gemeinderat hat jetzt aber einem Kompromiss zugestimmt, durch den der Kindergarten doch mehr Geld bekommt.

Der Verein "Walderleben" hat sein Ziel nicht erreicht - und es dann doch erreicht. Nicht erfüllt wurde der Wunsch des Vereins, die Gemeinde möge den Zuschuss für den Waldkindergarten von derzeit 63 Prozent auf 75 Prozent der Betriebsausgaben erhöhen. Nur so könne die Betreuungszeit von jetzt vier auf künftig sechs Stunden umgestellt werden, erklärte Vereinsvorstand Corinna Becker jüngst im Gemeinderat.

Weil die umliegenden Waldkindergärten voll seien und Wartelisten führten oder nur noch Kinder aus der eigenen Gemeinde aufnähmen, meldeten sich immer mehr Eltern aus Nachbargemeinden bei ihrem Verein. Fast alle, so Becker, wollen aber eine Sechs-Stunden-Betreuung. Der Waldkinderkarten betreut derzeit 14 Kinder, kann aber bis zu 20 aufnehmen.

Rentables Arbeiten ist nur mit mehr Geld möglich

Erhöht sich die Betreuungszeit auf sechs Stunden, steigen auch die Personalkosten um mehr als 50 Prozent. Der Kindergarten, schrieb Becker der Verwaltung im Juni, könne nur rentabel arbeiten, wenn die Gemeinde den Zuschuss auf 75 Prozent der Betriebsausgaben erhöht.

Doch der Waldkindergarten äußerte seinen Wunsch zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Die Gemeinde will Kosten im Kindergartenbereich sparen. Kürzlich hatte sie deshalb die Beiträge für die Kindergärten in eigener Trägerschaft erhöht. Den Zuschuss wollte die Verwaltung deshalb nicht erhöhen.

Doch kommt der Verein trotzdem zu mehr Geld, hat sein Ziel also trotz des abgelehnten Wunsches erreicht. Denn die Verwaltung hatte einen Kompromiss vorgeschlagen, dem der Gemeinderat einmütig zugestimmt hat.

Die Kommune belässt es bei einem Zuschuss von 63 Prozent. Doch gibt die Gemeinde jene Einnahmen an den Verein weiter, die sie für auswärtige Kinder bekommt. Über diesen interkommunalen Kostenausgleich erhält die Gemeinde für jedes auswärtige Kind 1950 Euro pro Jahr. Diesen Betrag mitsamt einer weiteren Landesförderung pro Kindergartenkind leitet die Gemeinde an den Verein weiter, der den Waldkindergarten betreibt.

Die Einrichtung kann künftig also nur dann rentabel betrieben werden, wenn genügend auswärtige Kinder aufgenommen werden. Der Kindergarten wolle und werde aber nicht bewusst Mainhardter Kinder ablehnen, "nur dass mehr Geld hereinkommt", wie Alexander Enderle (Freie Alternative Liste) im Gemeinderat betonte.

Die Einrichtung, sagte Fritz Zendler (Unabhängige Wählervereinigung), müsse darauf achten, nicht zu viele auswärtige Kinder aufzunehmen, "nur um die Kosten zu senken".