Autobahn Ausbau der A6: Doch keine elf Meter hohen Wälle

Der sechsspurige Ausbau der 64,4 Kilometer langen Strecke soll 750 Millionen Euro kosten. Prognosen zufolge sollen bis 2025 täglich 75 000 Fahrzeuge dort fahren, davon 35 Prozent Lastwagen.
Der sechsspurige Ausbau der 64,4 Kilometer langen Strecke soll 750 Millionen Euro kosten. Prognosen zufolge sollen bis 2025 täglich 75 000 Fahrzeuge dort fahren, davon 35 Prozent Lastwagen. © Foto: Grafik: Brenner
Region / ELISABETH SCHWEIKERT 06.03.2013
Noch ist unklar, ob die A6 sechsspurig ausgebaut wird. Die Planungen und die Bürgerbeteiligungen laufen indes schon. Bei der Befragung der Anrainer war Lärmschutz ein großes Thema.

Zwischen Weinsberg und der Landesgrenze nach Bayern soll die A6 sechsspurig ausgebaut werden. 2011 lief die Bürgerbeteiligung der Anlieger zwischen Weinsberg-Kupferzell. Die Vorplanungen für den vierten Abschnitt (bis Wolpertshausen) haben begonnen. Die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung liegen jetzt vor. 175 Anregungen, Hinweise und Stellungnahmen sind beim Regierungspräsidium (RP) zu den vorläufigen Planungen des Ausbaus eingegangen. 700 Einzelpunkte wurden ausgewertet, teilt das Regierungspräsidium mit. Mit der Bürgerbeteiligung wollen Landesregierung und Regierungspräsidium das Desaster abwenden, das wegen der fehlenden Bürgerbeteiligung bei Stuttgart 21 eingetreten ist. Diesmal soll das Vorhaben transparent sein - so stellte das RP die Vorgehensweise, die mögliche Trassenführung und die Gegebenheiten in Braunsbach und Wolpertshausen vor. Voraussichtlich Ende 2014 sollen die Bürger im Landkreis Schwäbisch Hall befragt werden.

Die Vorplanung für die Strecke vom Weinsberger Kreuz bis zur Anschlussstelle Kupferzell wurde im Jahr 2011 vorgestellt. Das RP informierte die Bürger in mehreren Veranstaltungen und diskutierte die Ausbauvarianten mit ihnen. Jetzt ist der Bund als Bauherr gefragt. Er wird entscheiden, wie künftig weitergeplant wird.

Die meisten Stellungnahmen von Bürgern befassen sich mit dem künftigen Lärmschutz, teilt das RP in einer Pressemitteilung mit. Insbesondere Landwirte kritisierten die in der Vorplanung zunächst vorgesehenen bis zu elf Meter hohen Lärmschutzwälle. Um den Bauern entgegenzukommen, ist nun eine Kombination aus einem niedrigeren Lärmschutzwall mit einer aufgesetzten vier Meter hohen Lärmschutzwand vorgesehen. Da diese deutlich weniger Fläche benötigt, stimmten die Landwirte dieser Lösung zu, schreibt das RP.

Die Ausmaße der Lärmschutzanlagen beruhen auf einer groben Lärmschutzberechnung. Die genauen Ausmaße werden im nächsten Planungsschritt berechnet, dann werden auch Einflüsse wie die genaue Topographie, Reflexion und Bodendämpfung einbezogen.

Geklärt ist auch die Frage, ob die Freigabe der Seitenstreifen - teilweise oder auf Dauer - einen sechsspurigen Ausbau ersetzen könnten. Dies sei keine geeignete Lösung für die Verkehrsprobleme auf der A6, schreibt das RP. Die dauerhafte Umnutzung berge solche Sicherheitsdefizite, dass sie nach den Vorgaben des Bundes nicht mehr ausgeführt werde. Außerdem könnten die Brücken entlang der A 6 (mit Ausnahme der Kochertalbrücke) die Zusatzbelastungen nicht aufnehmen.

Auch eine zeitweise Freigabe des Seitenstreifens löse das Problem nicht. Das Verkehrsaufkommen sei so stark, dass die Seitenstreifen letztlich fast die ganze Zeit freigegeben werden müssten. Wie eine Berechnung ergab, bliebe bei der Freigabe der Seitenstreifen der Verkehrsfluss dennoch instabil, kleine Unregelmäßigkeiten führten bereits zu einem Verkehrszusammenbruch. Hinzu kommt: Wenn die Autobahn zweispurig bleibt, gibt es keinen weiteren Lärmschutz.

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