Kreßberg Aus zwei werden drei, ohne Diskussion

Gruppenbild mit Bürgermeistern: Robert Fischer (Zweiter von links) mit seinen bisherigen Stellvertretern Ulrich Bayer (links) und Martin Dietz (rechts). Neu im Bunde ist Günter Karger.
Gruppenbild mit Bürgermeistern: Robert Fischer (Zweiter von links) mit seinen bisherigen Stellvertretern Ulrich Bayer (links) und Martin Dietz (rechts). Neu im Bunde ist Günter Karger. © Foto: Luca Schmidt
Kreßberg / Luca Schmidt 19.06.2018
In Kreßberg wurde „aufgrund von Terminschwierigkeiten“ dringend ein Stellvertreter für Bürgermeister Robert Fischer gesucht – und in der jüngsten Sitzung mit Günter Karger auch gefunden.

Drei stellvertretende Bürgermeister in einer Gemeinde mit rund 4000 Einwohnern? Das gibt es seit der jüngsten Gemeinderatssitzung in Kreßberg. Günter Karger wurde allerdings erst im zweiten Wahlgang gewählt.

Drei Stellvertreter sind keine Seltenheit: „Das ist nicht unüblich. Häufig gibt es das, wenn im Gemeinderat drei Fraktionen sitzen“, erklärt Arno Krumrein von der Kommunalaufsicht des Landratsamtes Schwäbisch Hall. In der Gemeinde Frankenhardt gibt es auch drei, für jeden Teilort einen.

„Aufgrund von Terminschwierigkeiten in den letzten Monaten sollte dringend aus dem Gemeinderat ein weiteres Mitglied als Stellvertreter gewählt werden“, heißt es in der Sitzungsvorlage von Bürgermeister Robert Fischer. Deshalb habe er vorgeschlagen, einen weiteren Stellvertreter einzusetzen.

In der Sitzung sagte Fischer, dass ein dritter Stellvertreter in erster Linie repräsentative Aufgaben übernehmen soll. Vorschläge wollte er selber keine machen – die kamen aus dem Plenum.

Keine Grundsatzdiskussion

„Ich wäre dafür, dass die bisherigen beiden Stellvertreter ihr Amt ausfüllen“, sagte Gemeinderat Hartmut Krieger. Aber Fischer wollte keine Grundsatzdiskussion und gab weiter an Hauptamtsleiterin Birgit Macho, die die Formalitäten der Wahl erklärte.

Die Satzung der Gemeinde schreibt vor, dass der Gemeinderat nach jeder Kommunalwahl zwei Stellvertreter des Bürgermeisters aus seiner Mitte heraus wählt. Es heißt aber auch: „Bei Bedarf können weitere Stellvertreter gewählt werden.“

„Es bleibt den Gemeinden selbst überlassen, wie viele Stellvertreter sie wählen“, sagt Kristina Fabijancic-Müller vom Gemeindetag Baden-Württemberg. Wenn eine Kommune die Notwendigkeit für einen dritten Vertreter sehe, könne sie das machen.

7:6 für Karger

In Kreßberg stellten sich Günter Karger (Allgemeine Wählervereinigung) und Bernd Kaspar (Offene Liste) zur Wahl. Gewählt wurde geheim mit Stimmzetteln, von 14 Gemeinderäten und dem Bürgermeister. Im ersten Wahlgang galt die absolute Mehrheit. Sechs Stimmen entfielen auf Kaspar, sieben auf Karger bei zwei Enthaltungen. Ein zweiter Wahlgang musste entscheiden. Wieder hieß es 7:6 für Karger, jetzt reichte die einfache Mehrheit.

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