Stimpfach Aus Leidenschaft für den Chorgesang

Stimpfach / Ralf Snurawa 12.06.2018
Zwar lässt die Zahl des 70. gemeinsamen Singens vermuten, dass das erste Treffen rund 70 Jahre her sein müsste. Doch tatsächlich war das erste Treffen schon 1931 in einem Obstgarten.

Unterbrochen vom Zweiten Weltkrieg und aufgrund einiger Aussetzer des eigentlich jährlichen Treffens hat sich die Zahl immer weiter verschoben. Von den ursprünglich zehn Chören sind heute auch nur noch sieben übrig. Gelegentlich werden dafür die Gesangvereine aus Unterampfrach oder Schnelldorf eingeladen. Dieses Jahr war am Sonntagnachmittag in der Waldhalle von Stimpfach der Liederkranz Ellenberg aus dem Ostalbkreis zusätzlich dabei.

Musikalisch begrüßt wurden die Chorsänger vom gastgebenden Gesang- und Musikverein Stimpfach und seinen aktiven Mitgliedern – dem Sängerbund, dem „Spekta-Chor-lär“ und der Musikkapelle – mit Jaroslav Labskys „Wo die Musik erklingt“. Der Ehrenvorsitzende des GMV Stimpfach, Walter Scheiner, unterstrich in seiner Begrüßung, dass man die Bande zwischen den Chören der Wäldergruppe noch enger knüpfen wolle.

Nach den Grußworten von Stimpfachs Bürgermeister Matthias Strobel hielt der Wäldergruppenvorsitzende Erich Feuchter aus Waldtann fest, dass das 70. Mal etwas Besonderes sei, auch, dass man sich über solch eine lange Zeit regelmäßig treffe: „Wir sind eine Gemeinschaft voll Harmonie, die sich zum Singen, aber auch zum Beisammensein trifft.“

2019 in Ellrichshausen

Nächstes Jahr treffe man sich in Ellrichshausen, wies Feuchter schon mal in die Zukunft, ehe der gastgebende Stimpfacher Sängerbund die Reihe der Gesangsvorträge eröffnete. Unter Leitung von Johannes Bolsinger trug der Männerchor die slowenische Volksweise „Freude am Leben“ zwischen zarter Zurückhaltung und mitreißend tänzerischen Momenten vor, gefolgt von Reinhard Meys stimmig wiedergegebenen „Über den Wolken“.

Bolsinger ist gleichzeitig Chorleiter in Ellenberg. Der Liederkranz war später mit einem Werner-Richard-Heymann-Medley unter dem Titel „Es war einmal“ zu hören: vom kraftvollen „Ein Freund, ein guter Freund“ bis zum sehnsüchtigen „Liebling, mein Herz lässt dich grüßen“. Noch wohliger klang danach der „Carpenters“-Song „Top of the World“.

Zusammen mit dem Sängerbund aus Stimpfach waren sie noch einmal mit Alex Links „Die Liebe ist der Welt geschenkt“ und dem fröhlichen „Rennsteiglied“ zu hören. Nach einer Stepptanzeinlage der „Blue Step Angels“ des SSV Stimpfach ging es mit Gemeinschaftschören weiter.

Die Chöre aus Rechenberg und Westgartshausen waren mit dem „Heimatlied“ und der „Ballade vom Löwenzahn“, der zwischen den Bahngleisen wächst zu hören. Lilli Krieger dirigierte nicht nur hier die beiden Chöre. Sie vertrat zuvor Markus Kuhn auch beim Einzelvortrag des Gesangvereins Rechenberg mit dem akzentuiert vorgetragenen „Dorfkind“ und einem am Ende jubelnden „Auf einem Baum ein Kuckuck“.

Dem Liederkranz Westgartshausen entlockte sie ein hingebungsvolles „Lass die Sonne in dein Herz“. Warm und weich erklang danach Johannes Brahms‘ „Erlaube mir, feins Mädchen“. Nicht minder packend folgte der Liederkranz Wildenstein mit Chorleiter Franz Litak mit „Singe, als sei Himmel auf Erden“. „Damit erklären wir, warum es nun schon 70 Wäldertreffen gab“, schickte Litak der Wiedergabe von „Lied unser Band“ und „Der Weg zum Glück“ voraus.

Ein anderer begeisternder Männerchor waren die Sänger vom GSV Waldtann. Geleitet von Dieter Jörg machten sie sich mit dem gewitzt-lebhaft vorgetragenen „Wir sind die alten Säcke“ ein wenig über die Überalterung der Chöre heutzutage lustig, zeigten aber mit „Sommernacht in den Bergen“, dass ältere Sänger besonders sehnsuchtsvoll vortragen können. Und sie verstehen es, komplexere Chorsätze stimmungsvoll wiederzugeben. Das bewies der Liederkranz Mariäkappel mit seiner Dirigentin Barbara Kochendörfer zu Bobby McFerrins „Don‘t worry, be happy“.

Aus purer Lust am Singen

Am Ende des Wäldertreffens fanden schließlich um die 100 Sänger der Männerchöre, wieder unter der Leitung von Johannes Bosinger, zusammen, um, mit viel Beifall bedacht, „Musik erfüllt die Welt“ und „Von fern klingt leise eine Melodie“ zu intonieren. Dabei blieb es aber nicht. Nach Konzertende griff Bosinger zum Akkordeon. Und dann wurden aus purer Lust am Singen noch einige Volkslieder angestimmt.

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