Versorgung Aus für eigenes Wasser

Ab dem kommenden Jahr überflüssig: das Pumpwerk der Gemeinde Wallhausen in Schainbach.
Ab dem kommenden Jahr überflüssig: das Pumpwerk der Gemeinde Wallhausen in Schainbach. © Foto: Erwin Zoll
Sebastian Unbehauen 22.11.2016
Vom Nass aus ihren eigenen Brunnen hat sich die Gemeinde Wallhausen verabschiedet. Das Pumpwerk in Schainbach wird am Jahresende stillgelegt.

Das war eine stille Beerdigung für das Eigenwasser der Gemeinde Wallhausen. Im Gemeinderat gab es in der vergangenen Woche keine große Diskussion, als es um die Stilllegung des Pumpwerks in Schainbach ging. Die Entscheidung fiel mit großer Mehrheit; lediglich die Gemeinderäte Steffen Blumenstock und Hermann Bolz stimmten dagegen.

Eine große Rolle spielte das Wasser aus Schainbach ohnehin nicht mehr. 2015 wurden lediglich 7900 Kubikmeter von dort in das Leitungsnetz eingespeist. 2004 hatte die Gemeinde noch 80 000 Kubikmeter Eigenwasser gefördert – ein Wert , der ständig sank und sich ab 2009 um die 10 000 Kubikmeter jährlich einpendelte. Dagegen bezog die Gemeinde von der Nordost-Wasserversorgung (NOW) 2015 fast 106 000 Kubikmeter Wasser. Nur eine geringe Rolle spielte mit 8500 Kubikmetern, das Wasser, das die Hohenloher Wasserversorgungsgruppe lieferte.

Die Förderung und Aufbereitung des Eigenwassers kostet die Gemeinde rund 30 000 Euro jährlich; 2015 also 3,75 Euro je Kubikmeter. Für das Wasser der NOW muss sie dagegen lediglich 82 Cent je Kubikmeter bezahlen. NOW-Betriebsleiter Holger Gersten rechnete vor, was die Gemeinde sparen würde, wenn sie statt Eigenwasser mehr NOW-Wasser beziehen würde. Dann würde der Preis für den Kubikmeter wegen der besseren Auslastung des Bezugsrechts nämlich auf 80 Cent sinken. Dadurch und durch den Wegfall der Förderkosten ergebe sich eine jährliche Einsparung von mehr als 26 000 Euro, erklärte Gersten. Dies ermögliche eine Senkung des Wasserzinses um 23 Cent je Kubikmeter.

Zu diesen Zahlen kommt noch der Umstand hinzu, dass in den nächsten Jahren massiv in die Eigenwasserversorgung investiert werden müsste – in das Pumpwerk Schainbach und seine Ultraviolett-Anlage, mit der das Wasser entkeimt wird, in die 1600 Meter lange Druckleitung von Schainbach zum Wasserturm in Wallhausen, die immer wieder bricht, und in eine neue Enthärtungsanlage. Auf 385 000 Euro schätzt Holger Gersten den Investitionsbedarf.

Dass Wasser aus dem Pumpwerk Schainbach kann nicht einmal verwendet werden, ohne dass es mit Wasser von der NOW vermischt wird; dies geschieht im Verhältnis 1 zu 13. Der Grund sind Rückstände von Pflanzenschutzmitteln, die den zulässigen Richtwert überschreiten.

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