Langenburg Aus der Schuldenfalle befreit

Brief und Siegel auf die dritte Amtszeit (von links): Erster BM-Stellvertreter Jürgen Brück, Bürgermeister Wolfgang Class, Landrat Gerhard Bauer und die zweite BM-Stellvertreterin Anette Sperber, die den Rathauschef ins Amt verpflichtete.
Brief und Siegel auf die dritte Amtszeit (von links): Erster BM-Stellvertreter Jürgen Brück, Bürgermeister Wolfgang Class, Landrat Gerhard Bauer und die zweite BM-Stellvertreterin Anette Sperber, die den Rathauschef ins Amt verpflichtete. © Foto: Zigan
Langenburg / Harald Zigan 29.06.2018
Die Amtseinsetzung von Bürgermeister Wolfgang Class in Langenburg verdeutlicht auch den guten Weg, den die Stadt in den letzten 16 Jahren genommen hat.

Gut eine Stunde nach der Finsternis am deutschen Fußball-Himmel gab es zumindest in Langenburg einen Lichtblick, noch dazu in der sonnendurchfluteten Orangerie des Schlosses: Wolfgang Class, der seit 2002 schon dreimal quasi die „Bürger-Meisterschaft“ errang, erhielt nach der Verpflichtung durch seine zweite Stellvertreterin Anette Sperber Brief und Siegel für den Chefposten im Rathaus. Die Langenburger hatten ihren Bürgermeister im April mit 92,7 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt.

Die Wahlbeteiligung bei diesem Urnengang lag bei ordentlichen 47,9 Prozent – nach einem „sehr schwierigen und konkurrenzintensiven Wahlkampf“: Der erste Bürgermeister-Stellvertreter Jürgen Brück spielte damit ironisch auf die einzige Gegenkandidatin (und Dauerbewerberin) Fridi Miller an, die bei 3,8 Prozent landete.

„Kein Parteiengezerfe“

Die Wahl zeige, „dass die Langenburger Bürger hinter ihrer Stadt und auch hinter ihrem Bürgermeister stehen“, sagte Jürgen Brück. Ohnehin sei es das gemeinsame Ziel von Kommunalpolitikern und Bürgermeister „Langenburg nach vorne zu bringen, und nicht durch Fraktionszwänge und Parteiengezerfe mögliche positive Entwicklungen zu bremsen“.

Dass der Steuermann Class in seinen bisher 16 Amtsjahren das kommunalpolitische Boot „freundlich, ehrlich und entschlossen“ auf Kurs gehalten hat mit „Sachverstand, Umsicht und Geradlinigkeit“, bescheinigte ihm Landrat Gerhard Bauer. Umschifft ist mittlerweile auch die schroffste Klippe: Denn bei seinem Amtsantritt im Jahr 2002 fand Wolfgang Class die am höchsten verschuldete Kommune in Baden-Württemberg vor.

Langenburg hat sich mit einer konsequenten Konsolidierung der Finanzen aus dem Würgegriff der Schulden spürbar befreien können. Obwohl die Stadtkasse damit noch längst nicht auf üppigen Rosenranken wie im Langenburger Schlossgarten gebettet ist, gelangen der Kommune Schritt um Schritt doch wegweisende Projekte auf dem Weg zu einer kinder- und familienfreundlichen Stadt.

Dazu zählt etwa die Sanierung der Stadthalle, der Neubau von Feuerwehrmagazin und Bauhof nebst Schulmensa und Kindergartenerweiterung. Und auch die örtlichen Unternehmer bauten kräftig mit an dem Fundament für eine gute Zukunft: Die Aktivitäten der Fürstenfamilie im Schloss, vom Kletterpark bis zu den Gartentagen, sowie das Mawell-Resort sind nur zwei Beispiele dafür.

„Wir haben Zuzug, viele Kinder, steigende Arbeitsplatzzahlen und als Fremdenverkehrsort nahezu 40.000 Übernachtungen im Jahr“ – auf diesen Nenner brachte Bürgermeister Wolfgang Class die Erfolgsbilanz der letzten Jahre. Auf der Negativseite verbuchte er die Lücke in der Ärzteversorgung  und den miesen Zustand der Landesstraßen.

Seine dritte Kandidatur hatte sich das Stadtoberhaupt reiflich überlegt. Wolfgang Class kam zu dem Schluss, dass es noch „einige Baustellen gibt, die mir am Herzen liegen.“ Dazu zählt er etwa schnelles Internet, weitere Angebote für die Kinderbetreuung und die wohnbauliche Entwicklung der Stadt. Einen künftigen Schwerpunkt werde auch die Seniorenarbeit und ein verbesserter Hochwasserschutz bilden.

Eine glückliche Hand für diese Aufgaben wünschten dem Bürgermeister sowohl Schulleiter Bernhard Jakob als auch der Personalrat Arnd Bezold. Musikalisch gratulierten zur Wiederwahl neben einem Chor der Grundschule auch die Sängerin (und Stadträtin) Karin Friedle-Unger und der Pianist Patrick Gläser. Einer ihrer Songs war wohl Programm für die Bewertung der Arbeit von Wolfgang Class: „That’s the way we like it“.

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