Brettheim/Ulm Auf der Spur von Opfern und Tätern

Brettheim/Ulm / PM 03.07.2013

Der Jahresausflug in die Geschichte führte den Brettheimer Förderverein Erinnerungsstätte "Die Männer von Brettheim" dieser Tage nach Ulm. Stationen waren das ehemalige Konzentrationslager auf dem Oberen Kuhberg und die Denkstätte Weiße Rose.

Das Fort Oberer Kuhberg, eine Anlage der Ulmer Bundesfestung aus dem 19. Jahrhundert, wurde von den neuen Machthabern von 1933 bis 1935 zum Konzentrationslager umfunktioniert. "Ziel war es, vor allem politische Gefangene mit einer willkürlichen und entwürdigenden Behandlung innerlich zu brechen", erklärte Günther Ludwig, Mitarbeiter im Dokumentationszentrum bei der rund zweistündigen Führung über die weitläufige Anlage.

Das Ulmer KZ war kein Vernichtungslager. Aber die kalten und feuchten Hafträume, deren Boden aus Erde und Lehm bestand, in die nur spärliches Tageslicht, dafür aber Regenwasser eindrang und knöchelhoch stand, waren bestens geeignet, auch kurzzeitig inhaftierten Menschen bleibende gesundheitliche Schädigungen zuzufügen. So stellte das Ulmer KZ den Anfang jener verbrecherischen Entwicklung dar, die in Auschwitz endete.

Mit "Wir wollten das andere" ist die seit 2000 bestehende Dauerausstellung "Denkstätte Weiße Rose" im Einsteinhaus überschrieben. Bekannt ist, dass Hans und Sophie Scholl von 1932 bis zu ihrer Ermordung 1943 mit Familie in Ulm lebten. Weniger bekannt ist, dass die Scholls in Ulm zahlreiche Mitstreiter hatten, die auch vom Volksgerichtshof verurteilt wurden. So zeigt die Ausstellung die Lebensgeschichten 22 Ulmer Jugendlicher, die in der Nazi-Zeit nicht in Reih und Glied marschierten, die den Eid auf Hitler verweigerten, Flugblätter verteilten oder jüdische Mitbürger schützten.