Erst einen Tag nach dem Auftritt von Umweltminister Franz Untersteller und Regierungspräsident Wolfgang Reimer im Jagsttal ging es dem Wehr auf Geheiß des Ministeriums und mit dem Segen des Landratsamtes (die Behörde in Hall brauchte für die Erteilung der Abrissgenehmigung nur drei Wochen) endgültig an den Kragen – trotz heftiger Proteste der Gemeinde Satteldorf, von Bürgern und selbst von altgedienten Naturschützern wie Hans Mattern (das HT berichtete).

Ein Bagger nahm am Freitag in der Frühe das schon anno 1357 urkundlich erwähnte Bauwerk Stück um Stück auseinander und verteilte das Gestein als „raue Rampe“ im Fluss.

Angesichts der Katastrophe vor einem Jahr, als die Jagst mit kontaminiertem Löschwasser verseucht wurde und rund 20 Tonnen tote Fische in der Düngerbrühe dümpelten, mutet es auf den ersten Blick wie ein Treppenwitz der Flussgeschichte an, was ein Spaziergänger am Tag danach an der Gaismühle beobachtete: Im Schlamm des nach dem Abriss trocken gefallenen Mühlkanals zappelten nach seinen Angaben mehrere Dutzend kleinere Fische in Pfützen, etliche Tiere waren schon verendet. Der Bürger erstattete bei der Polizei Strafanzeige wegen Tierquälerei.

Offenbar hat das Regierungspräsidium bei der Abrissaktion  darauf geachtet, dass möglichst wenig Getier zu Schaden kommt. Denn nach Angaben von Benjamin Waldmann vom Referat „Naturschutz und Landschaftspflege“ sei das Jagstareal an dieser Stelle vorher elektrisch abgefischt und auch Muscheln umgesetzt worden. Sowohl vor als auch nach dem Abriss habe man zudem sämtliche Wasserläufe zum Teil mehrfach abgesucht und keine Fische mehr entdeckt. Es sei aber nicht auszuschließen, das einige wenige Fische im Mühlkanal zurückgeblieben sind.

Der Angelsportverein Crailsheim sei  noch am Sonntag darum gebeten worden, eventuell noch lebende Fische im Mühlkanal umzusetzen.