Michelbach/Bilz Auch Michelbach möchte dem Naturpark beitreten

Gleitschirmflieger über Rauhenbretzingen: Eine schöne Landschaft habe Michelbach zu bieten, meint Bürgermeister Werner Dörr. Foto: Kai Schust
Gleitschirmflieger über Rauhenbretzingen: Eine schöne Landschaft habe Michelbach zu bieten, meint Bürgermeister Werner Dörr. Foto: Kai Schust
Michelbach/Bilz / KARSTEN DYBA 22.02.2013
Michelbach möchte dem Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald beitreten. Das hat der Gemeinderat beschlossen. Ob dies mit dem geplanten Bau mehrerer Windräder vereinbar ist, zweifelten einige Räte an.

Eine "sinnvolle Abrundung" des Gebiets sei es, wenn Michelbach dem Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald beiträte, sagte Bürgermeister Werner Dörr am Mittwoch in der Sitzung des Gemeinderats. "Wir profitieren von einer bestehenden Struktur und können es langsam wachsen lassen." Der Bürgermeister erhofft sich aber auch ein wenig Tourismus. Gemeinderat Wolfgang Schickner konnte sich zumindest Impulse für die Gastronomie vorstellen. Ein Beitritt sei "optimal", sagte er.

Doch ein Teil der Gemeinderäte blieb skeptisch: "Wie wollen wir guten Gewissens werben, wenn hier lauter Windräder rumstehen?", fragte Gemeinderat Bernhard Gerber und verwies auf die Windkraftplanungen entlang der Kohlenstraße, die derzeit die Diskussion in der Gemeinde beherrschen. "Wir sind nicht gegen Windkraft, aber gegen eine flächenmäßige Verspargelung der Landschaft", erklärte Naturpark-Geschäftsführer Bernhard Drixler, der eigens aus Murrhardt angereist war, um den Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald vorzustellen. Kurz zuvor hatte er dem Gaildorfer Gemeinderat Rede und Antwort gestanden.

Etwaigen Hoffnungen, der Naturparkverein könnte den Michelbachern helfen, sich die Windräder vom Hals zu halten, gab Bernhard Drixler keinerlei Nahrung.

Zwar gebe es Fördergelder für einzelne Naturpark-Projekte, doch betreibe der Naturpark keine klassische Tourismusförderung, betonte Drixler. Es handle sich um Netzwerkarbeit: "Man muss natürlich vor Ort eins draufsetzen, indem man sich selber engagiert." Was aber ist sehens- oder erlebenswert? "Gibts in Michelbach einen Erholungsschwerpunkt?", fragte Marianne Haufe. Sie kritisierte die Verwaltung dafür, "dass wir bis jetzt noch nie das Thema Tourismus auch nur angedacht" hätten. Matthias Maas glaubt, "dass Michelbach selbst auf ein bisschen Tourismus gar nicht eingestellt ist". - Bei vier Gegenstimmen und einer Enthaltung stimmten die Räte schließlich dem Beitritt zu. In Gaildorf hatten sie zuvor drei Räte gegen einen entsprechenden Antrag der Stadt ausgesprochen.