Landkreis Asylbewerber im Adelheidstift?

Das Adelheidstift in Kirchberg soll Asylbewerberheim werden. Foto: Anna Berger
Das Adelheidstift in Kirchberg soll Asylbewerberheim werden. Foto: Anna Berger
Landkreis / SWP 07.03.2014
Das Kirchberger Adelheidstift soll der Unterbringung von Flüchtlingen dienen. Dies kritisiert die Grünen-Fraktion des Kreistags.

"Wie Sie wissen, vertreten wir schon seit Längerem die Ansicht, dass Flüchtlinge stärker dezentral unterzubringen sind", formuliert Hans-Joachim Feuchter, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Kreistag, in einem Brief an Landrat Gerhard Bauer. Nun soll in der kommenden Sitzung des Verwaltungs- und Finanzausschusses über die Unterbringung von Flüchtlingen diskutiert werden.

Der Anlass für Feuchters Brief ist die Absicht des Landkreises, die frühere Kurklinik Adelheidstift in Kirchberg zu einem Flüchtlingswohnheim umzuwandeln. "Für uns Grüne ist es selbstverständlich, Flüchtlinge aufzunehmen und hierfür eine Willkommenskultur zu entwickeln", führt Feuchter weiter aus. Die Grünen würden auch nicht die Nöte verkennen, die der Landkreis mit der Unterbringung einer wachsenden Zahl von Flüchtlingen habe. Die Fraktion hätte aber zur dezentralen Unterbringung bereits Vorschläge gemacht und sich auch gegen ein großes Heim in Crailsheim mit weit über 100 Plätzen gewandt. An Einzelorten mit vielen Flüchtlingen drohe dann die Entstehung eines sozialen Brennpunkts.

Die Grünen-Fraktion im Kreistag hält es auch für falsch, die Unterbringung nach alten Standards vorzunehmen. Und das nur, weil das Land eine Übergangsfrist einräume, um Härten zu vermeiden. "Diese Übergangsfrist will der Landkreis nun offensichtlich schamlos ausnützen. Das ist nicht in Ordnung." Vor diesem Hintergrund sei eine Beratung im zuständigen Ausschuss über die Thematik absolut nötig. Die Finanzierung der Unterbringung gehe doch über den Haushalt, für den der Kreistag zuständig ist.

Die Unterbringung von Flüchtlingen müsse außerdem mit den Bürgern erfolgen und nicht gegen "vernünftige Einwendungen". In diesem Zusammenhang hält die Grünen-Fraktion nach wie vor die Zahlung von Geld für ein billigeres und besseres Verfahren zur Versorgung von Flüchtlingen statt der Ausgabe von Wertgutscheinen.

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