Region Arbeitsmarkt im Sommerurlaub Quote im Kreis stagniert bei 3,2 Prozent

Region / KARSTEN DYBA 01.08.2013
Die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Schwäbisch Hall ist von Juni auf Juli nur um zwei Personen gesunken. Im ihrem Bezirk zählt die Haller Arbeitsagentur 10804 Arbeitslose, die Quote stagniert bei 3,2 Prozent.

Man könnte fast meinen, auf dem Arbeitsmarkt sei es derzeit ruhig. Das täuscht, versichert der Leiter der Haller Agentur für Arbeit, Markus Nitsch. "Aufgrund des Ausbildungsendes haben sich verstärkt junge Menschen arbeitslos gemeldet, die wegen der Urlaubs- und Ferienzeit nicht übergangslos wieder untergekommen sind." Das heißt: Wer seine Ausbildung beendet hat und nicht übernommen wurde, oder im September ein Studium beginnt, der meldet sich jetzt arbeitslos. "Dafür ist das Beitragssystem der Arbeitslosenversicherung ja auch gedacht", betont Nitsch. Eine "typische Übergangsarbeitslosigkeit" nennt er das.

"Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt entspricht insgesamt dem saisonüblichen Verlauf", so Nitsch. Auffällig sei aber, dass der im Sommer übliche leichte Anstieg der Arbeitslosenzahlen in der Region ausbleibt. Die Zahl stagniert in allen Kreisen, die zum Agenturbezirk zählen. Im Landkreis Hall stagniert die Arbeitslosenquote, also die Gesamtzahl der Arbeitslosen im Vergleich zur Zahl der erwerbsfähigen Einwohner, bei 3,2 Prozent. Landesweit ist die Quote um 0,1 auf 4 Prozent gestiegen. Nitsch erwartet im August den üblichen Anstieg der Arbeitslosenzahl, die im September aber wieder deutlich sinken werde. Er hält es sogar für möglich, dass die Quote im Kreis dann auf drei Prozent fällt - das gab es zuletzt 2012. Seit Monaten stellt Nitsch fest, dass die Unternehmen vorsichtig sind: "Weil sie nicht wissen, was die Zukunft bringt, sind sie zurückhaltend bei der Einstellung neuer Arbeitskräfte." Eine Konjunkturflaute sieht er aber nicht.

Die Jobcenter kümmerten sich derzeit vor allem um ältere Arbeitslose über 50 Jahren. In der Statistik ist ihr Anteil an der Gesamtzahl der Arbeitslosen leicht angestiegen - auf 38,1 Prozent. Aber auch die Zahl der älteren Beschäftigten nehme zu, so Nitsch. Wie sich das erklärt? Die Zahl der Erwerbsfähigen über 50 nehme insgesamt zu - auch, weil es weniger Frühverrentungen gebe und die Renten-Altersgrenze auf 67 Jahre steigt. Sofern nicht voll beschäftigt, arbeite die Generation "50 plus" entweder in Altersteilzeit, oder eben gar nicht - dann taucht sie in der Statistik auf. Das Jobcenter meldet aber auch steigende Vermittlungszahlen. Es gebe durchaus Unternehmen, die die Erfahrung der Älteren schätzen. Für Nitsch sind es noch nicht genug: "Wir hoffen, dass die Unternehmen aufwachen."

Arbeitsmarktdaten im Bezirk Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim im (Monat) (Jahr)