Ilshofen Aquarell-Ausstellung: Ein Koffer voller Bilder

Ruth Weingärtner freut sich über Blumen und den Besuch ihrer Töchter Ingrid Schröder (links) und Jutta Hermann. Auch ihre Malfreundin und Reisebegleiterin Christel Kirchgatter (rechts) aus Hall kam zur Ausstellung.
Ruth Weingärtner freut sich über Blumen und den Besuch ihrer Töchter Ingrid Schröder (links) und Jutta Hermann. Auch ihre Malfreundin und Reisebegleiterin Christel Kirchgatter (rechts) aus Hall kam zur Ausstellung. © Foto: Claudia Kern-Kalinke
Ilshofen / CLAUDIA KERN-KALINKE 26.02.2015
Sanfte Blumen und Landschaften in Aquarellfarben zeugen von einem Leben, das erfüllt ist von Kreativität und Freude an der Natur. Ruth Weingärtner stellt im Pflegestift in Ilshofen ihre Bilder aus.

Zwischen 1982 und 2011 war ihre wichtigste schöpferische Zeit. In diesen Jahren sind hunderte von Bildern entstanden. "Ein ganzer Koffer voll", berichtet die heute fast 89-jährige Malerin. Seit 2013 lebt Ruth Weingärtner im Pflegestift in Ilshofen. Pinsel und Farben sind nach wie vor ihre treuen Begleiter, ebenso wie die klassische Musik, die sie sehr liebt.

Deshalb war es ihr eine besondere Freude, dass Irina Gisler und ihre Tochter Ellen an Klavier und Querflöte die Eröffnung ihrer Ausstellung "Erinnerungen in Aquarell" musikalisch begleiteten.

Eine reiche Auswahl an Blumenbildern und reizvollen Landschaften bekommen seit Montag Bewohner und Gäste des Pflegestifts im Erdgeschoss zu sehen. Hausdirektorin Inge Ward begrüßte die Zuhörer, die Töchter Ingrid Schröder und Jutta Hermann führten in die Ausstellung ihrer Mutter ein. Viele gemeinsame Erinnerungen wurden lebendig, als die Malfreundin und Reisebegleiterin Christel Kirchgatter an der Reihe war. Hoch in den Norden von Schottland, durch Wales, Cornwall und in die Provence sind die beiden gereist - immer die Malutensilien im Gepäck.

Auch in Griechenland, Norwegen und in der Toskana war Ruth Weingärtner. Von ihren Exkursionen hat sie nicht nur vor Ort gemalte Bilder sondern auch Fotos und ausführliche Reisetagebücher mitgebracht. Etliche Aquarelle hat sie später aus ihren Erinnerungen gemalt: "Es ist so viel in mir drin" erzählt sie.

Ruth Weingärtner wäre sicher eine gute Porzellanmalerin geworden. Aber kriegsbedingt konnte sie ihren Berufswunsch nicht realisieren. Statt dessen wurde sie technische Zeichnerin. Nach dem frühen Tod ihres Ehemanns zog sie mit ihren beiden Töchtern nach Schwäbisch Hall und arbeitete an verschiedenen Stellen als Sekretärin. Im Ruhestand legte sie erst richtig los, besuchte Malkurse, sang im Chor der Kantorei St. Michael mit und unternahm zahlreiche Auslandsreisen.