ANDYS WETTER: Temperaturwahn geht weiter

Hitze- und Sonnenschutz können auch beim Baden nicht schaden.
Hitze- und Sonnenschutz können auch beim Baden nicht schaden. © Foto: Jens Wolf / dpa
ANDREAS NEUMAIER 08.08.2015

Im Wetterkino dieser Tage scheint es auf allen Kanälen nur ein Programm zu geben: Manche mögen's heiß. Das trifft die Lage so ziemlich auf den Punkt, denn die Temperaturen sind längst nicht mehr jedermanns Sache. Ohne den diesjährigen Sommer schlecht machen zu wollen, aber die Häufung der Tage mit Temperaturen von über 35 Grad sind genauso bemerkenswert wie unnötig. Schnell geraten da ökologische Systeme, Gewässer, Bodenstrukturen aus dem Gleichgewicht.

In Unterfranken herrscht die größte Dürre seit 1976. Der Main bedroht mit einer Wassertemperatur von zum Teil 27 Grad seine eigene Fauna. Und während das Wochenende kurz eine leichte Linderung bringt, scheint Petrus ein weiteres Drehbuch in der sprichwörtlichen "Flimmerkiste" vor Augen zu haben: Auftrag 2003.

Gemessen an den Wetterstationen ums HT-Land herum und an den Tagen mit mindestens 30 Grad, müssen ab heute nur noch sieben solcher Tage folgen, um den legendären Hitzesommer 2003 einzuholen. Aller Voraussicht nach ein leichtes Spiel, denn auch kommende Woche bleibt es heiß.

Der heutige Samstag wird ein schwüler und heißer Tag, der ein wenig unentschlossen wirkt. Schon am Morgen sind Wolkenfelder und vereinzelt erste Schauer und Gewitter unterwegs, verschwinden jedoch bald wieder. Meist ist es aber trocken, und dann sticht die Sonne wieder zeitweise in die dampfige Luft. Die Temperaturen steigen bis zum Nachmittag auf 31 Grad in Schrozberg, 32 in Ilshofen und 34 in Stimpfach.

Zum Abend hin steigt dann das Risiko für Gewitter und Unwetter allmählich, und über Nacht kann es immer wieder örtlich begrenzt, zum Teil kräftig krachen. Wie immer ist das ein gewisses Lottospiel: Während einige von uns unter Umständen zu viel Regen auf einen Schlag bekommen, gehen andere leer aus.

Etwas Aufatmen dann am Sonntag. Zwar machen es Wolken und örtliche Schauer und Gewitter aus der Nacht der Sonne zunächst schwerer als bisher, am Nachmittag klappt es aber wieder öfter mit freundlichen Abschnitten, und die Schauer werden seltener. Ein Schirm zur Sicherheit schadet aber auch dann nichts, denn ausgeschlossen sind kleine "Nachzügler" auch am Abend noch nicht. Mit 26 Grad rund um Bartenstein, 28 in Crailsheim und knapp 30 in Langenburg wird es zwar kühler, aber weiter schwül und sehr sommerlich.

Ab Montag geht der Temperaturwahn wieder in die nächste Runde. Viel Sonne, eher selten Gewitter, es ist und bleibt ein Sommer der Spitzenklasse. Die Temperaturen liegen durchgehend bei 30 bis 35, stellen- und zeitweise auch mal bei 37 Grad. Praktisch übereinstimmend simulieren die Wettermodelle diese heiße Wetterlage bis mindestens 17. August.