ANDYS WETTER: Das Schaf im Wolfspelz

Die Schneeglöckchen als erste Frühlingsboten sind schon überall zu sehen. Archivfoto: Giacinto Carlucci
Die Schneeglöckchen als erste Frühlingsboten sind schon überall zu sehen. Archivfoto: Giacinto Carlucci © Foto:  
ANDREAS NEUMAIER 20.02.2016

Immer wieder täuscht der Winter an und will nicht vergessen werden, erweist sich aber dann doch nur als das Schaf im Wolfspelz. Die kleine Stippvisite mit kaltem Wind und hier und da etwas Schnee in dieser Woche ist damit auch schon wieder gegessen, und bis Sonntag steigen die Temperaturen mit viel Wind und Regen rasch wieder in den zweistelligen, fast schon vorfrühlingshaften Plusbereich.

Ohnehin hat Warmluft auf dem europäischen Kontinent schon eine imposante Vormachtrolle. So wurden in den vergangenen Tagen am Mittelmeer ungewöhnliche Temperaturen gemessen: Barcelona 25 Grad, 18 bis 23 Grad in Mittel- und Süditalien und sogar bis 28 Grad auf Kreta. Das klingt dann schon eher nach Sommer, während null Grad in Stockholm und minus zehn in Moskau kaum als ernstzunehmende Drohkulisse fungieren können. Wir, quasi auf halber Strecke dazwischen, bleiben derweil in einem oft schmuddeligen Auf und Ab. Und auch wenn in der neuen Woche wieder Tage mit Schneefällen dabei sind, so wird's wohl kaum länger halten und dient allenfalls zur Kinderbespaßung.

Ein auffrischender Westwind kündet heute schon das nächste Tief an, und so schließen sich die Wolkenlücken nach frostiger Nacht schnell. Am Vormittag kommen Niederschläge im HT-Land an, die anfangs noch mit Schnee vermischt sein können. Am Nachmittag ist es dann aber überall nass mit Regen, dazu wird der Wind immer kräftiger. Die Temperaturen erreichen vorerst nur verhaltene drei Grad in Kreßberg, vier in Schrozberg und sechs in Ilshofen. In der Nacht ist es weiter verregnet, und es drohen Sturmböen bis Tempo 80, dazu steigen die Temperaturen weiter an und erreichen zum Morgen schon fast zehn Grad.

Am Sonntag regnet und stürmt es dann erst einmal munter weiter, erst ab Mittag lassen die Niederschläge nach, und von der Ostalb her boxen sich ein paar Aufhellungen nordwärts in den Landkreis voran. Damit wird es auch ungewöhnlich mild bei maximal zwölf Grad in Blaufelden, 14 in Kirchberg und 15 in der Crailsheimer City. In der Nacht ist es windig, aber meist trocken bei lauen acht bis fünf Grad.

Interessant wird dann der Montag. Am Vormittag regnet und stürmt es wieder bei milden zwölf Grad, am Nachmittag rauscht eine Kaltfront mit Schneegestöbern und vereinzelt sogar Gewittern durch, bis zum Abend stürzen die Temperaturen in Gefrierpunktnähe. Auch am Dienstag schneit es noch gelegentlich, dann ist der Winterspuk schon wieder vorbei. Die Temperaturen liegen bis Mittwoch bei null bis vier Grad, in der zweiten Wochenhälfte wieder bei zehn. Dafür gibt's dann wieder oft Regen und Wind.