Wüstenrot Anderer Wind weht

Darius zeigt es: Die blaue Kugel soll in dieses Loch. Freudige Erwartung indes bei Christian Filippakis, bevor er mit dem Queue zustößt. Foto: Sabine Friedrich
Darius zeigt es: Die blaue Kugel soll in dieses Loch. Freudige Erwartung indes bei Christian Filippakis, bevor er mit dem Queue zustößt. Foto: Sabine Friedrich
Wüstenrot / SABINE FRIEDRICH 10.09.2013
Für Veränderung möchte der neue Jugendreferent Christian Filippakis in Wüstenrot sorgen. Der 33-Jährige will die Eigenverantwortung der Besucher stärken und einen neuen Mädchentreff einführen.

"Ich gebe Menschen gerne etwas mit auf den Weg. Wenn man etwas bewirken kann, ist das etwas Großartiges. Man gibt einen Teil von sich weiter", so erklärt Christian Filippakis, warum er gerne mit jungen Menschen arbeitet. Seit Juli hat der anerkannte Jugend- und Heimerzieher ein neues Aufgabenfeld als Jugendreferent in Wüstenrot. Damit ist er für das Cameo, den Treff in der Schwäbischen Waldhalle, verantwortlich.

Unter dem neuen Mann in dieser Funktion weht ein anderer Wind. Der 33-Jährige legt Wert auf Regeln, verlangt Eigenverantwortung, Selbstständigkeit und Mitarbeit von den Jugendlichen. "Wenn man was kriegt, muss man auch was dafür tun", lautet seine Devise.

Das erfordert ein Umdenken in den Köpfen der Jugendtreff-Besucher, führt zu vielen Diskussionen. "Die Jugendlichen finden es nicht so lustig, dass ich es anders machen will", sagt Filippakis. Aber er stellt klar: "Das Jugendhaus ist eine Bildungseinrichtung und keine betreute Kneipe." Sein Ziel: In absehbarer Zeit sollen die 15- bis 19-Jährigen, die das Gros des Stammpublikums bilden, abends auch mal alleine öffnen - der Treff ist mittwochs von 17 bis 20 Uhr und freitags von 17 bis 22 Uhr offen. Das bedeutet: Es muss ein Thekendienst eingeteilt werden, die jungen Leute müssen die Kasse machen können, auf Hygiene in der Küche achten und auch die restlichen Räume sauber halten.

"Ich biete Reibungsfläche", ist sich der 33-Jährige, der Vaterfreuden entgegen sieht, bewusst. "Ich bin jemand, der stopp sagt." Das sei für die Entwicklung von Jugendlichen wichtig.

Die Stelle in Wüstenrot umfasst nur rund 14 Stunden pro Woche. Filippakis möchte Zeit freischaufeln, um für 13- und 14-Jährige einen Nachmittag anzubieten. "Ich bin stark motiviert hierher gekommen", beschreibt der Lockenkopf seine Einstellung.

Und weil die wenigen Mädchen bisher nur als Anhang ins Cameo kämen, erwägt er einen Mädchentreff. Deshalb wünscht sich der Mann mit den griechischen Wurzeln väterlicherseits für das neue Domizil, das nach dem Abbruch der Schwäbischen Waldhalle gefunden werden muss, mehr Platz, um Rückzugsräume für unterschiedliche Gruppen zu haben.

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