Recycling Alte Kleider aus Langenburg finanzieren soziale Projekte

Kleiner Container – große Freude über den Nutzen (von links): Gemeindereferent Nils Neudenberger, Pfarrer Ulrich Hermann, Bürgermeister Wolfgang Class, Wolfgang Maier von Farmbau, Aktion-Hoffnung-Vorstand Anton Vaas, Gabriele Bystricky und Borghild Köhler vom Second-Hand-Laden Brauchbar sowie Dieter Mayer von Farmbau.
Kleiner Container – große Freude über den Nutzen (von links): Gemeindereferent Nils Neudenberger, Pfarrer Ulrich Hermann, Bürgermeister Wolfgang Class, Wolfgang Maier von Farmbau, Aktion-Hoffnung-Vorstand Anton Vaas, Gabriele Bystricky und Borghild Köhler vom Second-Hand-Laden Brauchbar sowie Dieter Mayer von Farmbau. © Foto: Oliver Färber
Langenburg / Oliver Färber 15.06.2018

So mancher, der etwas in einen Altkleidercontainer wirft, denkt sicher nicht genauer darüber nach, was mit seinen ausgedienten Klamotten geschieht. Kommen sie in Länder, in denen es Not gibt? Werden sie in Second-Hand-Läden wieder verkauft und wer hat dann etwas von dem Geld? Fragen, die in Langenburg nicht offen bleiben, als mit großem Bahnhof am Mitarbeiterparkplatz der Firma Farmbau im Inno-Park der Altkleidercontainer der Aktion Hoffnung eingeweiht wird.

Anton Vaas, der dem Vorstand der Hilfsorganisation der Diözese Rottenburg-Stuttgart angehört, ist extra aus der Landeshauptstadt gekommen – und hat etliche Infos darüber mitgebracht, was mit den eingeworfenen Textilien geschieht. Rund 6200 Tonnen an Material komme pro Jahr im Bereich der Diözese an. „Rund zehn Prozent davon sind Restmüll, den wir ordnungsgemäß entsorgen“, erklärt der Fachmann.

Gut 600 Tonnen Kleidung, die als brauchbar erachtet wurden, gingen über Ehrenamtliche in Notfallgebiete. Der Rest werde auf der Schwäbischen Alb weiter verschiedenen Kategorien zugeordnet. „Selbst was nicht mehr tragbar ist, wird verwertet. Beispielsweise als Dämmmaterial“, so Vaas.

Wer vor allem in die Container einwirft, das sehe man sofort beim Sortieren. „Drei Viertel kommen von Frauen, das erfüllt jegliche Klischees“, sagt Vaas mit einem breitem Grinsen im Gesicht. Wie gut erhalten die Kleider sind, habe auch viel damit zu tun, wo der Container stehe, in den sie eingeworfen wurden – da gebe es durchaus einen Unterschied, ob der Standort in ländlichen oder eher städtischen Gebieten sei. Er macht keinen Hehl daraus, dass oft die Hälfte einer Containerleerung aus nicht mehr tragbaren Textilien bestünde und der Verwertung zugeführt werde.

Arbeitsplätze in Afrika schaffen

Was Menschen noch anziehen könnten, wandere in Second-
Hand-Läden – nicht nur in Deutschland, sondern auch nach Osteuropa. Teilweise würden sie nach Afrika verschifft, wo diese vor Ort noch mit Accessoires aufpeppt werden. „Das schafft dort auch Arbeitsplätze“, nennt der Vorstand einen weiteren Pluspunkt.

Der Ertrag, den die katholische Hilfsorganisation dadurch einstreiche, komme nur sozialen Projekten zu Gute – konfessionslos, wie Vaas betont. Es gehe dabei zum einen um Entwicklungshilfe, zum anderen blieben die Gelder im Ländle, um hier Unterstützung zu leisten.

Das unterscheide die Aktion Hoffnung auch von den schwarzen Schafen in der Branche. „Es gibt viele illegale Sammler und ungenehmigte Container“, weist der Fachmann auf Konkurrenten hin, die für einen schlechten Ruf sorgten. Bei jedem vierten oder fünften Container sei die Verwertung fragwürdig. Deshalb habe sich seine Organisation auch dem Netzwerk Fair-Wertung angeschlossen, dem 140 Unternehmen und Organisationen angehören.

Froh ist Vaas, dass der grüne Container unter den grünen Bäumen einen so guten Standplatz gefunden habe. Dank der Zusammenarbeit des kirchlich-kommunalen Second-Hand-Ladens Brauchbar, komme auch viel Material in Langenburg zusammen. Sowohl Bürgermeister Wolfgang Class als auch die Farmbau-Führung betont, dass sie das Projekt gerne unterstützen – auch für einen weiteren Container.

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