Langenburg Abstand vom Alltag auf dem Pfad der Stille

Musik zur Premiere, sonst ist es ruhig auf dem Pfad der Stille. Foto: Daniela Röhling
Musik zur Premiere, sonst ist es ruhig auf dem Pfad der Stille. Foto: Daniela Röhling
Langenburg / DANIELA RÖHLING 04.06.2013
Abstand vom Alltag, die Seele baumeln lassen: "Der Pfad der Stille" bietet diese meditativen Aspekte quasi zum Nulltarif. Sonntag wurde der Rundwanderweg von Unterregenbach nach Buchenbach eingeweiht.

Ein kleine Gruppe reisewilliger Wanderer fand sich am Sonntag vor der Veits-Kirche in Unterregenbach ein, um den Weg seiner Bestimmung zu übergeben. Langenburgs Bürgermeister Wolfgang Class stimmte auf den besonderen Aspekt des Wanderwegs ein: "Im Vordergrund steht nicht ,Kilometer schruppen, sondern Abschalten vom Alltag, in die Landschaft blicken, mit allen Sinnen erfahren."

Mit Initiator Franz Jakob als Wanderführer geht es auf die Reise in die Stille. Durch wohlduftende Kräuterwiesen, sich hinaufschlängelnde Waldwege - immer tiefer in den Wald hinein führt der Weg. Die Hinweisschilder führen zur Hedwigsbank und einem überwältigenden Ausblick ins Jagsttal. Pfarrer Ingo Kuhbach und Pfarrerin Hannelore Hubert laden zu einer kurzen Andacht. Lebenswege, so Hubert, seien vergleichbar mit Wanderwegen: "Es geht geradeaus, nach oben und manchmal nach unten. Eigentlich", so Hubert weiter, "sind wir immer unterwegs."

Der Pfad der Stille biete die Gelegenheit zum Ausstieg aus dem Alltagstrott, zum Innehalten, zur Begegnung mit sich selbst. Franz Jakob beschäftigt sich schon lange mit den Pfaden der Stille und führt Gruppen durch das Dickicht des Waldes. Leise zu sein, nur mit sich selbst beschäftigt zu gehen, meint er, sei für viele Wanderer ungewohnt. Bei seinen Wanderungen muss er diese Stille erst einfordern.

Start des Rundwanderwegs ist das Herrenhaus in Buchenbach. Diese Örtlichkeit sei sehr überlegt ausgewählt worden, denn, so meint Jakob: "Ich habe mir schon immer die Frage gestellt: Wie erfüllt man das Herrenhaus mit mehr Leben." Die Ausstellung, so hofft er, werde dann stärker besucht und das Herrenhaus als Ausgangspunkt und Ziel der Wanderer häufiger frequentiert. Fünf Stunden, gutes Schuhwerk, ausreichend Proviant und die Bereitschaft zur Stille sollte der Wanderer auf jeden Fall im Gepäck haben. Dann steht einer gelungenen Wanderung nichts im Wege. Und mit dem Mut zur Stille die Option, manches ins rechte Licht zu rücken.