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Immer mehr Jugendliche konsumieren Marihuana, gleichzeitig wird immer wieder die Möglichkeit der Legalisierung debattiert. Der Ostalbkreis organisiert jetzt am 27. Juni einen Fachtag Cannabis.

Cannabis ist die mit großem Abstand deutschlandweit am häufigsten konsumierte illegale Droge. Nach der zunächst rückläufigen Entwicklung seit den 2000er-Jahren zeigen die aktuellen Zahlen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung erneut Anstiege des Cannabiskonsums unter Jugendlichen. Die Lage im Ostalbkreis wird Thema eines Fachtages Cannabis sein, der am 27. Juni im Landratsamt Aalen stattfindet (das offizielle Infoblatt zum Fachtag mit dem Tagesprogramm kann unter diesem Artikel heruntergeladen werden).

Die gesellschaftliche Ausei­nandersetzung mit dem Thema Cannabiskonsum hat in den letzten Jahren in Europa und Deutschland noch einmal Fahrt aufgenommen, nachdem in Ländern wie Uruguay, Kanada und einigen Bundesstaaten der USA inzwischen eine staatlich regulierte Cannabisabgabe praktiziert wird. Es wird auch immer häufiger über Alternativen zu den bestehenden Rechtslagen diskutiert.

Landratsamt sieht deutliche Tendenz zur Liberalisierung von Cannabis

Für den medizinischen Bereich wurde eine Veränderung der bestehenden Gesetzeslage bereits umgesetzt. Insgesamt ergebe sich also eine deutliche Tendenz in Richtung einer Liberalisierung der bestehenden Cannabispolitik, teilt der Ostalbkreis mit.

Mittlerweile ist klar, wie viel Drogen sich in dem Haus in Gingen befunden hatten, in dessen Keller am Sonntag verschiedene Chemikalien explodiert waren.

Ein Punkt, der bei möglichen Neuregelungen der derzeitigen Rechtslage immer als Erstes genannt wird, ist der Jugendschutz. Laut Bundesdrogenbericht von 2018 haben 8,7 Prozent der Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren Erfahrungen mit dem Konsum von Cannabis. Zwei Prozent der Jugendlichen in dieser Altersgruppe konsumieren Cannabis regelmäßig.

Präventionsarbeit weit im Vorfeld verhindere Missbrauch und Abhängigkeit von Kindern und Jugendlichen, heißt es in der Ankündigung des Ostalbkreises. Wichtige Grundlage sei ein von allen Beteiligten gemeinsam getragener Grundkonsens in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Auch die Arbeit mit schon betroffenen Konsumenten erfordere ein einheitliches und konsequentes Vorgehen als notwendige Basis für Veränderungen.

Erneuter Schlag der Polizei gegen die Drogenszene: Die Kripo stellt neben mehr als 80 Kilo Marihuana und 45.000 Euro Bargeld auch Waffen und Munition sicher.

Fachtag bietet Vorträge und Workshops

Zum Auftakt des Fachtages wird die Situation im Ostalbkreis dargestellt. Es folgt ein Fachvortrag von Dr. Andreas Alt von der Universität Ulm über Cannabis allgemein. Mittags gibt es Workshops zu den Themen Beratungs- und Hilfeangebote im Ostalbkreis, Cannabis als Medikament, Recht und Drogen, Cannabis im Straßenverkehr sowie Schule und Cannabisprävention. Für 18.30 Uhr ist ein öffentlicher Vortrag von Professor Dr. Rainer Matthias Holm-Hadulla vorgesehen. Das Thema lautet: „Cannabis, ein harmloses Genussmittel?“.

Holm-Hadulla ist Professor für Psychotherapeutische Medizin an der Universität Heidelberg, Facharzt für Psychiatrie, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie Direktor des Heidelberger Instituts für Coaching. Für den Vortrag ist keine Anmeldung erforderlich.

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Info

Die Teilnahme am Fachtag ist kostenlos. Auskünfte erteilen die Suchtbeauftragten des Ostalbkreises Martina Marquardt und Prisca Hummel, Telefon: 0 73 61 / 5 03-14 71. E-Mail-Adresse: prisca.hummel@ostalbkreis.de.