Fast täglich staut sich seit ein paar Wochen der Verkehr vor dem Virngrundtunnel. Anfang und Ende der Pfingstferien war es besonders schlimm mit Urlaubsverkehr und Wochenendausflüglern. „Vor allem in Richtung Ulm gibt es eigentlich täglich Staus“, berichtet Jochen Gröner, stellvertretender Dienstleiter der Autobahnmeisterei Heidenheim, die für den Teilabschnitt von Niederstotzingen bis kurz vor dem Kreuz Feuchtwangen/Crailsheim zuständig ist. „Montags ist es besonders schlimm. Da staut sich der Verkehr manchmal fast bis zur Abfahrt bei Neustädtlein.“ Insbesondere auf der rechten Fahrbahn mit den vielen Lkw geht es praktisch den ganzen Tag über die letzten Kilometer bis zum Tunnel nur im Schritttempo (oder noch langsamer) voran.

Auch für seine Mitarbeiter erhöhen sich dadurch die Einsatzzeiten: Sie müssen sich ebenfalls dauerstaugeplagt durch den 470 Meter langen Engpass quälen. Und jetzt schon fürchtet Gröner die kalte Jahreszeit: „Der Winterdienst muss ebenfalls durch die eine Tunnelröhre fahren, und dann wird es ganz sicher massive Behinderungen geben.“

Bauarbeiten am Virngrundtunnel

Stau Bauarbeiten am Virngrundtunnel

Sperrung bis Sommer 2020

Nur ein 3,75 Meter breiter Fahrstreifen in jede Richtung steht den Autofahrern zur Verfügung. Wegen aufwendiger Sanierungsarbeiten mit Gesamtkosten von rund 12,3 Millionen Euro ist bis Sommer 2020 jeweils eine Röhre gesperrt. Durch eine elektronische Messanlage, die bereits rund zehn Kilometer vor der Baustelle das Verkehrsaufkommen misst, werden die Fahrzeuge schon weit vor dem Tunnel entsprechend verlangsamt und vorgewarnt.

Neben der Instandsetzung der in die Jahre gekommenen Betoninnenschale steht die Nachrüstung der beiden Röhren auf den aktuellen Stand der Technik an. Eine Löschwasserleitung wird neu installiert, das vorhandene Entwässerungssystem ertüchtigt, ein Havariebecken neu hergestellt und die betriebstechnische Ausstattung vollständig erneuert.

Stau auf den Umfahrungen

„Viele fahren nach Navi und verlassen die Autobahn schon in Neustädtlein beziehungsweise in Ellwangen, um den Stau zu umfahren“, beobachtet Gröner ein deutlich erhöhtes Verkehrsaufkommen auf der parallelen Bundesstraße. Auch Ortskundige umfahren den Autobahnabschnitt auf diese Weise, stehen dann aber auf den Umleitungsstrecken oftmals ebenfalls im Stau. „Meistens ist es besser, auf der Autobahn zu bleiben, weil die Umfahrungen auch schnell verstopft sind“, weiß Gröner aus Erfahrung.

Crailsheim

„Eine Stadt erstickt im Verkehr“ titelte kürzlich die Ipf- und Jagstzeitung über den Stau, der in Ellwangen inzwischen beinahe an der Tagesordnung ist. Verschärft wird diese Situation noch durch Baumaßnahmen in Eigenzell, wo derzeit keine Lkw fahren dürfen, und in Ellenberg, wo die Ortsdurchfahrt für den gesamten Verkehr gesperrt ist.

Außerdem quält sich momentan Lkw um Lkw auf der Umleitung durch die schmalen Straßen von Alexandersreut, Weipertshofen und Stimpfach. Bei der Abzweigung in Stimpfach und in der kompletten Ortsdurchfahrt von Weipertshofen wurde bereits die Geschwindigkeit auf 30 km/h beschränkt. Dennoch kommt es vor allem in den beiden engen Kurven in Weipertshofen immer wieder zu gefährlichen Situationen, besonders, wenn sich dort zwei Lkw begegnen. „Morgens und abends, wenn der Berufsverkehr durch unsere Ortschaft rollt, traut man sich fast nicht über die Straße zu gehen“, erzählt eine Anwohnerin. Zudem sei der Krach der Fahrzeuge Tag und Nacht zu ertragen. „Hoffentlich sind die bald fertig und der Verkehr ist wieder weg.“

In Randenweiler ist der erhöhte Ausweichverkehr ebenfalls zu einer immensen Belastung für die Anwohner geworden. Auch die Stimpfacher leiden noch lange unter dem Lärm, da die B 290 bei Jagstheim saniert wird und noch bis 31. August voll gesperrt ist. Der zweite Bauabschnitt soll dann am 24. September nach dem Crailsheimer Volksfest beginnen und zieht voraussichtlich bis Mitte November eine weitere Vollsperrung nach sich. Während der Brückeninstandsetzung muss zudem die Führung des Kocher-Jagst-Radwegs verlegt werden.

Erschwerend kommt hinzu, dass die beim Schwerlastverkehr beliebte Bühlertalstrecke nach Schwäbisch Hall ausfällt, weil auch diese Strecke zwischen Bühlertann und Obersontheim gerade saniert wird. Sonst würden sicherlich viele Lkw diese Strecke nutzen, nachdem sie ohnehin aufgrund der Eisenbahnbrücke in Jagstzell von Ellwangen über Rosenberg auf die B  290 fahren müssen. „Das bedeutet, es konzentriert sich gerade alles auf die Umleitungsstrecke Stimpfach-­Weipertshofen-Alexandersreut“, so Stimpfachs Bürgermeister Matthias Strobel.

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Vollsperrung nach Ellwangen ab 2. August


Verkehrsbeeinträchtigungen gibt es auch im weiteren Verlauf der B 290 zwischen dem Bucher Stausee und Rainau-Schwabsberg. Wegen Brücken- und Straßenbauarbeiten wird die Bundesstraße ab der Einmündung der K 3320 (Höhe Rainau-
Schwabsberg) bis vor die Einmündung der Zufahrtsstraße zum Bucher Stausee bis zum 2. August und vom 27. September bis 28. November halbseitig mit Richtungsverkehr von Ellwangen in Fahrtrichtung Aalen gesperrt.

Für die Verkehrsteilnehmer mit Fahrtrichtung Ellwangen ist der vorgenannte Streckenabschnitt voll gesperrt, und es erfolgt ab der Einmündung der L 1029
eine entsprechende Umleitungsbeschilderung. Zusätzlich wird die B 290 vom 2. August bis 27. September auf diesem Abschnitt voll gesperrt. Eine Umleitung von und nach Ellwangen wird entsprechend ausgeschildert.