Mainhardt "Wir sind im Kostenrahmen"

Handwerker erneuern Ende Januar das Glasdach auf dem Anbau des Pahl-Museums. Jetzt wollen die Helfer selbst Hand anlegen, damit der Anbau bald genauso aussieht wie der 2011 sanierte Hauptbau (rechts). Foto: Ufuk Arslan
Handwerker erneuern Ende Januar das Glasdach auf dem Anbau des Pahl-Museums. Jetzt wollen die Helfer selbst Hand anlegen, damit der Anbau bald genauso aussieht wie der 2011 sanierte Hauptbau (rechts). Foto: Ufuk Arslan
KARSTEN DYBA 07.03.2014
Das Dach ist fertig, jetzt packen die Mitglieder des Freundeskreises selbst an: Zur Saisoneröffnung im Mai wollen sie den Anbau des Gailsbacher Manfred-Pahl-Museums im Inneren saniert haben.

Ganze neun Helfer aus den Reihen des Freundeskreises hat Udo Kallina am vergangenen Samstag um sich scharen können. Bei einem ersten Treffen hätten sie abgesprochen, "wer welches Werkzeug hat und wer welche Arbeiten übernehmen kann", berichtet der Organisator der Bauarbeiten. Morgen soll es los gehen: In einem ersten Schritt wollen die freiwilligen Helfer die Styropordecke entstauben und für den Anstrich vorbereiten.

In den Wochen zuvor hatten Handwerker das schadhafte Glasdach abmontiert und ein neues installiert. Lediglich Verbindungsplatten an der Seite fehlen noch.

"Mit den neuen Glasfenstern hat sich der Eindruck des Gebäudes total verändert", schwärmt Kallina. Der Kustos des Museums, Adam Matheis, bestätigt: "Das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht."

Das undichte Dach war der Grund, warum der Anbau des Pahl-Museums eigentlich hätte abgerissen werden sollen. Den Hauptbau sanierte die Gemeinde 2011 für etwa 100000 Euro. Weitere 20000 Euro für den Anbau wollte sich der Gemeinderat sparen. Innerhalb von zwei Jahren hatte der Freundeskreis Spenden gesammelt, um den Anbau doch noch zu sanieren. 24100 Euro, bilanzierte Bürgermeister Damian Komor in der jüngsten Versammlung der Pahl-Freunde, seien gesammelt worden. Dazu kommen noch Arbeitsleistungen und Material, das die beteiligten Handwerker dem Freundeskreis spendieren.

"Wir sind im Kostenrahmen", verkündet Kallina nun. Zwischenzeitlich hatte der Freundeskreis befürchtet, die Spenden reichten für die Sanierung nicht aus. Mehr als 23000 Euro kostet das Vorhaben - ohne die Eigenleistung der Helfer. Die 2214 Euro, die das Museums-Café im vergangenen Jahr zusätzlich erwirtschaftet hat, sollen nun für Werkzeug und Farbe ausgegeben werden. Die Innenwände wollen die Helfer selbst streichen.

Mit rund sechs Arbeitstagen rechnet Kallina für die Innensanierung. Alles in allem soll der Anbau in 15 Tagen vollends saniert sein. Dafür wollen sich die Helfer möglichst jeden Samstag treffen.

Derzeit sucht Komor noch einen Fachmann, der das Wandgemälde an der südlichen Außenwand restauriert. Der Bauhof werde mit Platten einen Weg anlegen, so dass am Anbau ein zweiter und zudem barrierefreier Zugang zum Pahl-Museum entsteht. Ein Glasdach zwischen den Gebäuden soll den 2011 vorschnell abgerissenen Verbindungsgang ersetzen. Nur den Magnesit-Estrich aus den 70er Jahren, aus dem der Boden besteht, kann der Freundeskreis nicht sanieren. Er sei behaftet mit Formaldehyd, sagt Architekt Manfred Schoch. Ihn auszutauschen, sei zu teuer. "Wir müssen mit dem Leben, was wir haben."

Info Die Saisoneröffnung im Manfred-Pahl-Museum ist geplant für Donnerstag, 1. Mai.