Stimpfach „Wir haben hier Wurzeln geschlagen“

15 Jahre lang war das Pfarrhaus in Weipertshofen das Zuhause von Ingetraud und Wolfram Niethammer. Nun zieht das Pfarrerehepaar nach Brackenheim bei Heilbronn.
15 Jahre lang war das Pfarrhaus in Weipertshofen das Zuhause von Ingetraud und Wolfram Niethammer. Nun zieht das Pfarrerehepaar nach Brackenheim bei Heilbronn. © Foto: Christine Hofmann
Stimpfach / Christine Hofmann 12.07.2018
Nach 15 Jahren Pfarrdienst verabschieden sich Ingetraud und Wolfram Niethammer am Sonntag von den Kirchengemeinden Weipertshofen und Rechenberg.

Wenn das Pfarrerehepaar Ingetraud und Wolfram Niethammer am Sonntag aus seinen Kirchengemeinden Weipertshofen und Rechenberg verabschiedet wird, schwingt eine große Portion Wehmut mit. „Jetzt geht alles ganz schnell“, sagt die Weipertshofener Pfarrerin, „am 6. August kommt schon der Möbelwagen.“

15 Jahre lang hat Familie Niethammer im Pfarrhaus in Weipertshofen gelebt. Die beiden Töchter, die inzwischen 18 und 20 Jahre alt sind, sind hier aufgewachsen. „Wir waren gerne hier“, erzählt Ingetraud Niethammer, „wir mochten die Liebenswürdigkeit der Menschen und die schöne Landschaft. Wir haben hier Wurzeln geschlagen.“

Und doch geht die Zeit in Hohenlohe nun zu Ende. Der Pfarrplan macht aus den beiden 75-Prozent-Stellen in jeder Kirchengemeinde künftig eine 100-Prozent-Stelle für Weipertshofen und Rechenberg zusammen. Die Gemeinden werden noch enger zusammenwachsen.

Das wird sicher nicht schwierig, schließlich hat das Pfarrerehepaar all die Jahre gemeindeübergreifend gearbeitet: Wolfram Niethammer war in beiden Gemeinden für die Seniorenarbeit zuständig, Ingetraud Niethammer für die Betreuung der Kinderkircharbeit. Außerdem übernahmen jeder auch Gottesdienste in der Gemeinde des anderen.

Neue Aufgaben

Das Ehepaar Niethammer zieht nun in den Kirchenbezirk Brackenheim bei Heilbronn: Sie wird Pfarrerin in Brackenheim, er in der Doppelgemeinde Leonbronn und Ochsenburg. „Bei aller Wehmut freuen wir uns natürlich auf die neuen Aufgaben“, betont Wolfram Niethammer.

„Die Ökumene war uns stets wichtig – und ist in den 15 Jahren auch gewachsen“, blickt Ingetraud Niethammer auf die Zeit in Hohenlohe zurück. „Es war immer ein gutes Miteinander mit den katholischen Pfarrern.“ Am Reformationstag, erinnert sie sich, habe es auf Initiative ihres katholischen Kollegen einen gemeinsamen Gottesdienst gegeben. „Und die Schulgottesdienste in Stimpfach haben wir immer ökumenisch gefeiert.“

Überhaupt ist Gottesdienste feiern das, was beiden Pfarrern an ihrer Arbeit besonders wichtig ist – egal ob in Kirchenräumen oder draußen in der Natur, bei Vereinen, Gruppen oder Waldarbeitern. So lässt es sich Ingetraud Niethammer auch nicht nehmen, den Segelflug-Gottesdienst zu halten, obwohl sie dort schon zwei Wochen außer Dienst ist. „Das Thema wird ‚Abflug‘ sein“, verrät sie.

Außerdem schätzen sie es, ganz nah dran zu sein an den Menschen – ihnen zuzuhören, sie in allen Lebenssituationen zu begleiten und sie da abzuholen, wo sie gerade stehen. „Wir konnten teilnehmen am Leben unserer Mitmenschen“, berichtet Wolfram Niethammer. „Die ersten, die wir getauft haben, haben wir konfirmiert und die ersten Konfirmanden haben wir getraut – da entsteht eine tiefe Verbundenheit.“

Ingetraud Niethammer (56) ist im Schwarzwald aufgewachsen. Während eines Sozialen Jahrs nach dem Abitur wuchs in ihr der Wunsch, mit Menschen zu arbeiten. Sie studierte Theologie in Tübingen und Hamburg.

Wolfram Niethammer (56) stammt aus Berlin. Aufgewachsen ist er im Großraum Stuttgart. Er begann die klassische Pfarrerlaufbahn am evangelisch-theologischen Seminar in Maulbronn, absolvierte anschließend ein Praktikumsjahr in Israel und studierte schließlich Theologie in Tübingen, Marburg und Hamburg. „Ich bin in meinem Leben schon mehr als 20-mal umgezogen, es gab viele Stationen“, erzählt Wolfram Niethammer. „Die Jahre in Weipertshofen war die längste Zeit an einem Ort. Deshalb fällt es auch besonders schwer, von hier wegzugehen.“

Info

Die Verabschiedung wird in beiden Kirchengemeinden gefeiert. Am Sonntag, 15. Juli, gibt es um 13.30 Uhr zunächst einen Gottesdienst in Rechenberg und um 15 Uhr eine Feier im Gemeindehaus in Weipertshofen.

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