Ferien „Wie Bibi und Tina, nur cooler“

Für die Ferienkinder auf dem Bautzenhof liegt das Glück der Erde ganz zweifellos auf dem Rücken der Pferde.
Für die Ferienkinder auf dem Bautzenhof liegt das Glück der Erde ganz zweifellos auf dem Rücken der Pferde. © Foto: Larissa Wörn
Stimpfach / Larissa Wörn 24.08.2018
Neun Kinder verbringen eine Ferienwoche auf dem Bautzenhof in Stimpfach. Dabei erleben sie viel mehr, als nur Reitstunden

Ferienspaß und Abenteuer, Reiterträume, Lagerfeuer, Hufgetrampel querfeldein – was kann schöner sein?“ So heißt es im Titellied der beliebten Kinderserie „Bibi und Tina“. Für neun Kinder wird dieser Traum auf dem Stimpfacher Bautzenhof wahr. Eine Woche dürfen sie auf dem Islandpferdegestüt von Christoffer Eichhorn verbringen. Und für alle ist klar: Nichts kann schöner sein.

7.30 Uhr. Für Kinder, die bei der Stallarbeit und beim Füttern helfen möchten, beginnt der Tag auf dem Bautzenhof früh. „Das Helfen ist allerdings kein Muss“, so Christoffer Eichhorn. Für alle Langschläfer beginnt der Tag mit dem gemeinsamen Frühstück um 9 Uhr. Danach geht es fast schon direkt in den Sattel. Die Pferde werden aus dem Stall geholt, geputzt und gesattelt und dann heißt es: rauf aufs Pferd. Ohne zu zögern, schwingen sich die Acht- bis Elfjährigen in den Sattel.

Viele Kinder sind Reitanfänger

Zu Beginn der Woche reiten die Kinder noch an der Lounge. „Viele der Kinder sind davor nie oder selten geritten. So bin ich nah am Pferd und kann das Tier kontrollieren“, erklärt der 28-jährige Pferdehofbesitzer. Wenn die Kinder sich dann an den festen Sitz im Sattel und das Halten der Zügel gewöhnt haben, geht es gegen Ende der Woche auf die sogenannte „O-Bahn“, eine ovale Strecke. Eichhorn merkt an: „Hier merkt man, wer reiten kann. Die Kinder sind ganz auf sich allein gestellt. Eingreifen kann ich hier nicht mehr.“

Wovor so mancher höchsten Respekt hat, das ist für die acht Mädchen und einen Buben kein Problem: im Tölt, einer besonderen Gangart der Islandpferde, zu reiten. Wo es ungeübte durchschütteln würde, sitzen die Kinder kontrolliert im Sattel und können ganz nebenbei noch den Anweisungen von Reitlehrer „Chris“ Eichhorn folgen.

Nach der Reitstunde kommen dann alle zum gemeinsamen Mittagessen zusammen. Dann gibt es meist eine kleine Pause, um sich vom anstrengenden Vormittag zu erholen. Am Nachmittag geht es dann um Spiel und Spaß. So war die Truppe Pferdefreunde beispielsweise am Reiglersbacher Stausee, Minigolf spielen oder im Fichtenauer Zauberwald. „Aber wir haben auch Zeit auf dem Hof verbracht, haben Verstecken gespielt oder gemeinsam gegrillt“, sagt Eichhorn.

Am Ende des Tages werden  noch einmal die Pferde versorgt: Kraftfutter geben, Beine abspritzen, Streicheleinheiten. Wenn die Tiere bereit für die Nachtruhe sind, sind es die Kinder noch lange nicht. „Schlafen können sie zu Hause“, sagt Eichhorn mit einem Lachen. So sitzt die Gruppe abends gemeinsam am Lagerfeuer oder erkundet die Gegend bei einer Nachtwanderung.

Ausreiten ist das Schönste

Das Highlight war für wohl alle Kids der Ausritt in freiem Gelände. „Das war der schönste Moment der Woche“, schwärmt die achtjährige Romina Götz aus Mönchsrot. Sie ist mit ihrer Schwester Giulia (10) zum ersten Mal auf Urlaub auf dem Bautzenhof. Den beiden gefällt es so gut, dass sie nächstes Jahr definitiv wiederkommen möchten. Die Reiterferien seien „wie Bibi und Tina, nur cooler“ gewesen.

Weil die Kinder alle im selben Alter sind, bilde sich ein richtiges Team. „Viele reißen mit ihren Geschwistern oder Freunden an, aber am Ende der Woche sind meist alle miteinander befreundet. Das zu sehen, freut mich immer sehr“, erzählt Eichhorn. Für die Ferienkinder ist er während der Woche nicht allein verantwortlich. Unterstützt wird er von seiner Freundin Verena Dumke und Bettina Ebert und vielen anderen freiwilligen Helfern.

Für den Bautzenhofchef gebe es keinen schöneren Anblick als die strahlenden Augen der Kinder, wenn sie am Morgen erfahren, auf welchem Pferd sie am jeweiligen Tag reiten dürfen. „Die Kinder entwickeln einen richtigen Bezug zum Tier. In der Tagesreitschule ist das kaum möglich“, erklärt er. Schon nach wenigen Tagen wüssten die Kinder über Rangordnungen unter den Tieren und die Launen und Eigenschaften der Tiere Bescheid.

Chris Eichhorn ist fasziniert von der Selbstständigkeit seiner Schützlinge auf Zeit: „Es ist immer spannend zu sehen, wie leicht den Kindern der meist erste Aufenthalt fernab von zu Hause ohne Eltern fällt.“ Es gebe kaum Heimweh. Als am Freitag die Mutter eines Ferienkindes zum Abholen kommt, heißt es denn auch folgerichtig: „Och manno, es war so schön hier.“

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