Jagstkatastrophe „Taten statt leerer Worte“

Landkreis / JS 14.02.2018

„Die Düngemittel-Kontamination der Jagst im August 2015 mit massenhaftem Fischsterben ist noch in trauriger Erinnerung“, heißt es in einer Pressemitteilung von Anton Baron, AfD-Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Hohenlohe. Umso ärgerlicher sei es, „dass die Landesregierung nach wie vor weder den Verursacher noch die Kostenträgerschaft benennen kann“. Die staatsanwaltlichen Ermittlungen dauern noch an.

Die Pressemitteilung ist eine Reaktion auf die Antwort zu einem Antrag, der unter anderem von Baron kam. „Eine natürliche Wiederbesiedlung des betroffenen Jagstabschnittes aus weniger geschädigten Abschnitten“ erfolge  „bisher nur zögerlich“, schreibt ihm der grüne Umweltminister Franz Untersteller. Grund seien „mehrere signifikante und gleichzeitig wirkende Störfaktoren“, darunter das Fehlen von geeigneten Teilhabitaten, eine mangelhafte Fischdurchgängigkeit an Querbauwerken und der Fraßdruck durch Kormorane, so Untersteller weiter. Eine erfolgreiche Wiederansiedlung gestalte sich bislang insbesondere bei den Fischarten Nase und Hasel als schwierig.

Kostenübernahme gefordert

„Die Antwort offenbart leider, dass die Landesregierung wenig unternommen hat“, findet Baron. Und dann kommt er noch aufs Geld zu sprechen: „Gemeinden und Landkreise können es sich jedenfalls nicht leisten, in Millionenhöhe für Fahrlässigkeiten Einzelner zu büßen. Daher haben wir auch eine zügige Übernahme der Kosten durch das Land beantragt. Nun erwarten wir Taten statt leerer Worte.“

Untersteller stellt klar, dass eine Entscheidung über die Kostenerstattung noch nicht ergehen könne, da sich „die Frage, in welcher Höhe von Dritten Ersatz für die Einsatzkosten der Rettungskräfte zu erlangen ist, derzeit noch in der Klärung befindet“. Ob das Land die Kosten, es geht um 2,6 Millionen Euro, übernimmt, ist die Frage: „Nach der gesetzlichen Regelung sind innerhalb der Landesverwaltung die Landratsämter für die Geltendmachung des Kostenersatzes bei Dritten zuständig.“

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