Stimpfach „Stress machen wir uns keinen mehr“

Die vier fleißigen Rentner bei der Arbeit (von links): Heinz Riecker, August Schirle, Richard Baumann und Waldemar Nasser.
Die vier fleißigen Rentner bei der Arbeit (von links): Heinz Riecker, August Schirle, Richard Baumann und Waldemar Nasser. © Foto: Ralf Mangold
Stimpfach / Ralf Mangold 11.10.2018
Vier rüstige Ruheständler haben sich vor knapp zwei Jahren zusammen getan und bringen sich handwerklich für das Gemeinwohl in der Gemeinde Stimpach ein.

Regelmäßig zum wöchentlichen  Stammtisch treffen sich Heinz Riecker, August Schirle, Richard Baumann und Waldemar Nasser. „Wir kennen uns eigentlich schon ewig“, erklärt Schirle. Alle vier sind inzwischen im Ruhestand und da kam ihnen vor knapp zwei Jahren die spontane Idee, sich doch ehrenamtlich in der Gemeinde Stimpfach einzubringen. „Wir wohnen alle in Weipertshofen und jetzt haben wir auch die Zeit dafür, im Ort uns sinnvoll einzubringen.“

Sie wollen mit ihrem ehrenamtlichen Engagement die Gemeinde unterstützen. „Der Bauhof kann nicht überall sein und alles machen. Wir wollen einfach etwas für unser Gemeinwohl tun.“  Einer bringt eine Idee mit, und die anderen beratschlagen, ob sie den Vorschlag umsetzen können – oder wollen. „Es geht um kleinere handwerkliche Arbeiten. Wir haben jetzt schon zwei Bushäuschen gebaut und im Kindergarten ein Wasserspielgerät aufgestellt.“ 35 Vogelhäuschen haben sie gebaut und kostenlos installiert. „Und sauber gemacht werden sie am Ende des Jahres auch noch von uns.“

Solche Projekte kosten durch den ehrenamtlichen Arbeitseinsatz manchmal nur rund ein Zehntel einer Fremdvergabe. Das Material stellt die Gemeinde. „Unser Bürgermeister Matthias Strobel war sofort begeistert von unserer Idee und unterstützt uns, so gut es geht.“

Letzte Woche waren die vier am Ortseingang von Weipertshofen bei der Arbeit zu sehen, wie sie dort das Buswartehäuschen renovierten. „Zwei Tage haben wir dafür gebraucht.“ Allerdings waren es nicht zwei ganze Tage, „wenn es morgens noch so kalt ist, dann fangen wir erst mittags an“, fügt er schmunzelnd an. Alles läuft ohne Stress und mit sichtlichem Spaß an der Arbeit. „Wir reißen die kaputten alten Bretter raus und ersetzen sie durch neue. Am Schluss wird dann alles noch schön angestrichen.“

Richard Baumann ist der Capo, er war nämlich früher Schreiner. Auch Nasser und Riecker arbeiteten früher als Handwerker. „Ich bin handwerklich nicht so begabt wie die anderen, deshalb übernehme ich dann meistens die Hilfstätigkeiten“, erzählt Schirle lächelnd. Der Weipertshofener Ortsvorsteher ist nämlich gelernter Kaufmann und deshalb auch nicht vom Fach.

Toller Zusammenhalt im Dorf

„Dass wir uns einbringen, wird von den Mitbewohnern in der Gemeinde geschätzt. Und wenn wir mal mehr Leute für ein Projekt benötigen sollten, bin ich mir sicher, dass wir ganz schnell genügend Helfer zusammenhätten.“ Die Dorfgemeinschaft in Weipertshofen sei nämlich hervorragend. „Das sieht man daran, dass wir auch in diesem Jahr wieder die meisten auswärtigen Teilnehmer beim Volkfestumzug gestellt haben.“

Zwei bis drei Projekte wollen die vier im Jahr stemmen, als nächstes ist eine kleine Ausbesserung am Spielplatz vorgesehen. Dann steht noch die Umgestaltung des Erdhügels beim Kindergarten auf dem Programm. „Aber Stress machen wir uns sicherlich keinen mehr. Wenn es passt und wir wir Lust dazu haben, gehen wir ein neues Projekt an.“

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