Fichtenberg/Gaildorf "Stolz" auf formschöne Objekte

Grobarbeiten erledigt Manfred Seitz in seiner kleinen Werkstatt in der Hauptstraße. Mit einem Diamantbohrer bohrt er ein Loch in den Stein. Foto: Hofmann
Grobarbeiten erledigt Manfred Seitz in seiner kleinen Werkstatt in der Hauptstraße. Mit einem Diamantbohrer bohrt er ein Loch in den Stein. Foto: Hofmann
Fichtenberg/Gaildorf / BRIGITTE HOFMANN 22.03.2014
"Stolz" nennt Manfred Seitz seine originellen Gebilde. Das hat aber gar nichts mit Hochmut oder Überheblichkeit zu tun. Der Begriff steht als Abkürzung für formschöne Objekte aus Stein und Holz.

Treibholz aus der Rot, Wurzeln aus dem Wald, Steine aus Göggingen oder Funde im Internet - Manfred Seitz kann alles gebrauchen, was die Natur an wundersamen Dingen hergibt. In liebevoller Handarbeit und mit großem zeitlichen Aufwand fertigt der Fichtenberger edlen Raumschmuck an. Elemente, die sich gut einer rustikalen Einrichtung anpassen, aber auch einem ganz modernen Wohnstil eine natürliche Note und damit das besondere Etwas verleihen können. Die bislang größte Arbeit ist das "Wurzel-Wunder" mit einer Höhe von 115 Zentimetern. Dagegen nehmen sich die hübschen, bunt lackierten Holzherzen winzig aus. Sie bilden den absoluten Kontrast zu den großen, naturfarbenen Objekten und zeigen die ganze Schaffensbreite des Hobbykünstlers.

"Wenn man etwas sucht, dann findet man nichts", sagt Manfred Seitz. Da müsse der Zufall helfen, und die schönsten Dinge schaffe sowieso seine Frau heran. Sie habe ein Auge dafür. Anna Seitz unterstützt das Hobby ihres Mannes und hilft, wenn es sein muss, auch tatkräftig mit. Dafür hat sie immer ein Geschenk zur Hand. Für Ostern, zum Geburtstag oder mit persönlichem Bezug für einen besonderen Menschen. Manchmal muss das Internet bei der Suche helfen. Speziell wenn es darum geht, irgendwo alte Staken aufzutreiben. Das sind breite Holzstäbe, die früher in Fachwerke und Decken eingebaut wurden, um daran die Lehmwickel zu befestigen. Sie bestehen in aller Regel aus Eichenholz und werden vor der Verwendung gründlich gereinigt und mit natürlichem Hartöl oder Wachs behandelt. Mit einem speziellen Kleber werden sie dann in das Loch im Steinsockel geklebt.

Einen Schiefer-Monolith, rosa Granit oder gelben Jura-Marmor besorgt sich Manfred Seitz bei einem Steinhändler in Göggingen. Mit einem Diamantbohrer werden die zwei bis drei Zentimeter tiefen Löcher herausgearbeitet und dann die Staken eingesetzt. Die Grobarbeiten macht der Hobbykünstler meist in seiner alten Werkstatt in der Hauptstraße, Feinarbeiten eher zu Hause. In früheren Jahren hatte der Schreinermeister einen eigenen Handwerksbetrieb, ehe er auf den Vertrieb von Häusern umsattelte. Neben dem künstlerischen Schaffen sind die Enkelkinder das Hobby von Manfred und Anna Seitz. Sie kommen immer an erster Stelle. Die Kreationen aus dem Hause Seitz können in den kommenden Wochen auch im RUNDSCHAU-Fenster betrachtet werden.