"Sorgt nicht, sondern seid dankbar"

Kleines Wort mit fünf Buchstaben - und mit großer Wirkung: Danke. Archivfoto
Kleines Wort mit fünf Buchstaben - und mit großer Wirkung: Danke. Archivfoto
SWP 11.10.2014
Gedanken zum Sonntag von Pfarrer Christoph Knoke, Pfarrer aus Wiesenbach

Die Erntedankfestfeiern liegen hinter uns. Vielerorts wurde gefeiert. Die Kinder brachten ihre Körbchen in die Kirche. Sie waren festlich gefüllt mit Äpfeln, Nüssen, Möhren und anderem Obst und Gemüse. Wir freuten uns an dem festlich geschmückten Erntedankaltar. Mesnerinnen und andere Helfer aus der Gemeinde haben den Altar in der Kirche und den Vorraum überaus kunstvoll gestaltet. So bewunderten wir die schön zusammengestellten Früchte, das Obst und das Gemüse, die Blumen und manches andere. Vielleicht haben auch Sie etwas dazu beigetragen: Zeichen unseres Dankes. Zeichen der Freude über eine gute Ernte.

Mittags schloss sich mancherorts ein Gemeindefest an. Man saß zusammen, genoss ein gutes Mittagessen und manche Darbietungen der Kinder oder hörte einen Musikverein oder stellte dar, wie es früher in der Landwirtschaft zuging.

Die Erntegaben, die aus der Gemeinde zusammenkommen, sie sind ein Zeichen unseres Dankes dafür, dass auch in diesem Jahr wieder eine gute Ernte eingebracht werden konnte. Sie erinnern uns daran, dass es keineswegs selbstverständlich ist, dass wir genug zu essen haben - und dass sich jeder das leisten kann, was ihm schmeckt. Dafür lohnt es sich, jedes Jahr einen Dankesgottesdienst zu feiern - eben unser Ernte-dankfest.

Darüber hinaus ist dies für jeden von uns aber auch ein Anlass, sich selbst anzuschauen und darüber nachzudenken: Wofür kann und will ich gerade in diesem Jahr danken? Wofür kann und will ich Gott danken und es nicht vergessen? Da hat jemand endlich eine lange und schwere Krankheit überwunden und kann auf Genesung hoffen - wie dankbar wird er sein! Da hat jemand die Schule gut abgeschlossen und den gewünschten Ausbildungsplatz bekommen - dafür dankt er auch. Da hat jemand durch einen Berufswechsel leichtere Lebensbedingungen, die nicht mehr über seine Kraft gehen - und jetzt ist er Jesus dafür dankbar! Wofür sind Sie dankbar?

Jesus Christus hat einmal gesagt: "Sorgt euch nicht." Und Paulus nimmt dies auf und rät: "Sorgt nicht, sondern seid dankbar." Nicht die Sorgen sollen unser Leben bestimmen. Nicht die Gedanken sollen uns belasten, die uns voller Angst und Unruhe in die Zukunft schauen lassen. Das hindert uns nur daran, den Tag heute ruhig und mutig zu leben. Stattdessen werden wir dazu angehalten, dankbar auf das zu sehen, was uns gegeben ist.

Diese Lebenseinstellung lässt uns positiv und erwartungsvoll jeden Tag verleben. Wir sehen dann nicht zuerst auf die schwarzen Punkte auf dem Blatt unseres Lebens, sondern wir freuen uns zunächst über die viel größeren weißen Flächen. Vieles von dem, was uns schnell selbstverständlich erscheint, ist gar nicht selbstverständlich. Die Kunst besteht darin, sich nicht mit denen zu vergleichen, die es augenscheinlich besser haben als wir. Wahre Lebenskunst besteht darin, sich auch über Kleinigkeiten freuen zu können.

Wenn wir Grund zum Dank haben und wenn wir Gott jeden Tag Dankeschön sagen können, dann führen wir ein wahrhaft glückliches und zufriedenes Leben.

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