Sommerserie: Autobahn 6 „Sie machen einen sehr guten Job“

Ahmet Islertas befreit zusammen mit seinen Kollegen von der Autobahnmeisterei den Parkplatz an der Kochertalbrücke von Müll - mal wieder.
Ahmet Islertas befreit zusammen mit seinen Kollegen von der Autobahnmeisterei den Parkplatz an der Kochertalbrücke von Müll - mal wieder. © Foto: Ralf Mangold
Kreis Hall / Ralf Mangold 10.08.2018
Für den Teilabschnitt der A 6 in Hohenlohe ist die Autobahnmeisterei in Öhringen zuständig. Ihre Hauptaufgabe ist es, jederzeit die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.

Hans-Jürgen Höh arbeitet seit 1984 bei verschiedenen Autobahnmeistereien in Württemberg. Seit 1989 ist er Leiter einer Autobahnmeisterei, anfangs in Kirchberg und seit der Auflösung des Standorts nun schon seit rund fünf Jahren in Öhringen. Der 64-Jährige kennt praktisch jeden Zentimeter des 76 Kilometer langen Abschnitts der A 6 zwischen Weinsberger Kreuz und der Landesgrenze zu Bayern. „Und wenn es mal Stau gibt, dann kenne ich alle Schleichwege rund um die Autobahn“, weiß er aus eigener Erfahrung, dass es nicht immer schlau ist, den blauen Umgehungsschildern zu folgen. Bei Staus sind nämlich meist auch die Umfahrungen verstopft.

„Nicht mehr alle Autobahnmeistereien sind in staatlicher Hand“, weiß Höh zu berichten. Einige Tätigkeiten können nur noch über Auftragsvergabe an private Unternehmen erledigt werden. Als Beispiel nennt er die öffentlichen Toiletten mit bis zu 6000 Nutzungen täglich. „Ansonsten könnten wir nichts anderes mehr machen, als die Toiletten zu reinigen.“ Insgesamt hat die Autobahnmeisterei in Öhringen 30 Mitarbeiter, vier davon in der Verwaltung. Dazu kommen rund 20 Fahrzeuge.

Drei große Silos mit Streusalz und Solemischung stehen an der Autobahnauffahrt bei Kirchberg. Hier startet aber nur noch der Winterdienst bei Schneefall oder Glätte, damit die Wege nicht zu lang werden von Öhringen zur bayerischen Landesgrenze. Meldeanlagen und der Wetterbericht informieren frühzeitig, und so kommen die Streufahrzeuge meist schon präventiv zum Einsatz.

Was sich in den letzten Jahren deutlich verändert hat, ist der stetig zunehmende Verkehr. Rund 80.000 Fahrzeuge rollen täglich über die A 6 bei Öhringen. „Sicherheit hat oberste Priorität“, ist Höh froh darüber, dass noch nie einer seiner Mitarbeiter bei diesem äußerst gefährlichen Job auf dieser Hochgeschwindigkeitsstrecke verletzt wurde. Sachschaden gab es allerdings schon ein paar Mal. „Wenn wir beispielsweise den Fahrbahnrand mähen, müssen wir inzwischen mit vier Fahrzeugen zur Absicherung raus und einer mäht. Früher waren es insgesamt nur drei pro Einsatz.“

Normalerweise sind die Arbeiter von 7 bis 16 Uhr unterwegs. Nur beim Winterdienst wird in zwei Schichten rund um die Uhr gearbeitet. Dazu kommen im Winterhalbjahr das Zurückschneiden von Bäumen und Sträuchern. „Wir haben einen ökologischen Sieben-Jahres-Pflegeplan“, erklärt Höh. In jenem sind alle grundlegenden Dinge wie Artenschutz berücksichtigt. Am Ende ist der ganze Abschnitt dann einmal durch, „und dann geht es wieder von vorne los“.

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Auch im Sommerhalbjahr geht die Arbeit nie aus. Immer wieder werden die Grünflächen gemäht. Besonders Leitplanken, Reflektoren und Schilder müssen ständig freigehalten werden. Viel Zeit müssen die Arbeiter der Autobahnmeisterei zudem für Müllaufsammeln verwenden. „Es ist schon traurig, was da alles weggeschmissen wird“, berichtet Ahmet Islertas, der 2004 seine Ausbildung zum Straßenmeister begonnen hat und seitdem auf der Autobahn seinen Arbeitsplatz hat. „Mir gefällt der Job. Man ist immer draußen, und kein Tag ist wie der andere, weil es immer neue Herausforderungen gibt.“

Gerade ist er mit vier anderen Arbeitern auf dem Parkplatz an der Kochertalbrücke im Einsatz. Neben Rasen mähen gilt es – natürlich – Müll aufzusammeln. „Einmal hat jemand sogar eine komplette Kücheneinrichtung hier abgeladen“, erinnert er sich. Grundsätzlich ist es für ihn ärgerlich, dass immer mehr Leute immer mehr Dinge einfach in die Wiese oder auf die Straße werfen. „Es bringt auch nichts, wenn man die Leute auf ihr Fehlverhalten anspricht. Man könnte hier jeden Tag kommen, und es wäre immer Müll zum Einsammeln da.“

Hauptaufgabe einer Autobahnmeisterei ist es, die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Deshalb gibt es rund um die Uhr einen Notdienst, der auch nachts raus muss, wenn beispielsweise eine Ölspur nach einem Unfall die Verkehrsteilnehmer gefährden könnte. Auch bei Vollsperrungen ist die Autobahnmeisterei gefordert. Wichtig ist es, ständig die Strecke auf Fahrbahnschäden und Bauwerke wie Brücken zu kontrollieren, „da haben wir einen Blick dafür.“ Die Reparaturarbeiten werden dann an Unternehmen vergeben. Mitarbeiter der Autobahnmeisterei sind für die Fahrbahnreinigung zuständig und kümmern sich darum, dass die Wasserabläufe immer frei sind. „Meine Mitarbeiter haben ein Auge dafür, wo etwas zu machen ist. Sie machen einen sehr guten Job.“

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