Ilshofen "Sagen Sie bloß nicht Kostüm . . ."

Die Arena in Ilshofen ist wie geschaffen für Kampfszenen. Hier hauen sich zwei Ritter in Rüstung ordentlich gegenseitig aufs Blech. Fotos: Ufuk Arslan
Die Arena in Ilshofen ist wie geschaffen für Kampfszenen. Hier hauen sich zwei Ritter in Rüstung ordentlich gegenseitig aufs Blech. Fotos: Ufuk Arslan
Ilshofen / GOT 25.03.2013
Die Mittelalterszene aus Süddeutschland kam am Wochenende in Ilshofen zusammen. 80 Stände zogen viele Besucher und Mittelalterfans an.

Der Veranstalter nennt die Messe "Hohenloher Umschlag". Umschlag wurden im Mittelalter Märkte oder Messen genannt. Die BC-GmbH aus Torgau möchte diesen Marktcharakter betonen. "Schließlich kann man fast alles kaufen, was unsere Vorfahren im Mittelalter benötigt haben", sagt Agentur-Chef Henri Bibow.

Damals wie heute sind aber auch die Musiker und Gaukler wichtige Attraktionen. Die Gaukler "Jolandolo" und die Spielleute "Cradem Aventure" und "Dudelzwerge" sorgen daher in der in der Arena für Stimmung. Für große Kinderaugen sorgt Uhu Einstein, der bei Günter Altendorf auf dem Arm sitzt. Die zweijährige Eule betrachtet die vielen Menschen und das Geschehen mit großen, orangefarbenen Augen. "Einstein ist von Hand aufgezogen worden und an Menschen gewöhnt. Die Menge und der Lärm machen ihm nichts aus", sagt Altendorf, der eine mittelalterliche Falknerei in Südhessen betreibt. Einstein lässt sich brav von jedem streicheln.

Seit sieben Jahren ist Anna Kunte als "Gewandete" oft auf Mittelaltermärkten. Nach Ilshofen ist sie allerdings in Alltagskleidung gekommen. "Aber ich habe schon wieder etwas für mein Gewand dazu gekauft", verrät die 24-Jährige. Ihr gefällt besonders die Atmosphäre. Die Stände seien auf jeden Fall originalgetreu, meint sie.

Gemütlich schlendern Maria Platschek und Norbert Ruhnau aus Kirchheim am Neckar alias Alais von Kirchheim und Niklas von Mecklenburg durch die Hallen. Natürlich gewandet. "Sagen Sie bloß nicht Kostüm. Das ist unverzeihlich", klärt Maria Platschek auf. Ihr Kleid und ihr Umhang, die sie als Dame auszeichnen, nennt sich Gewand. Ihren Namen hat der Mittelalterfan frei erfunden. Ihr Lebensgefährte hat sich nach einem historischen Ritter benannt. "Niklas von Mecklenburg gab es wirklich. Da ich aus Mecklenburg komme, lag dieser Name für mich nahe."

Beide sind im Jahr auf 20 bis 25 Mittelaltermärkten, dazu kommen noch fünf bis sechs Lager. "Man ist unter Gleichgesinnten. Man kann komplett runterfahren. Kein Handy, kein Fernsehen. Das ist für uns Erholung", sagt Norbert Ruhnau, nimmt seine Frau am Arm und schreitet mit ihr von dannen.