Blaufelden „Nur gemeinsam kann es unser Dorfladen werden“

Die vier von der Versammlung der stillen Gesellschafter gewählten Beiräte (von links) Yvonne Völkert, Sebastian Glemser, Regine Keitel, Achim Stein, außerdem Ortsvorsteher Manfred Glemser und Unternehmensberater Wolfgang Gröll vom Dorfladen-Netzwerk, der die Gründung mit fachmännischem Wissen beratend unterstützt hat.
Die vier von der Versammlung der stillen Gesellschafter gewählten Beiräte (von links) Yvonne Völkert, Sebastian Glemser, Regine Keitel, Achim Stein, außerdem Ortsvorsteher Manfred Glemser und Unternehmensberater Wolfgang Gröll vom Dorfladen-Netzwerk, der die Gründung mit fachmännischem Wissen beratend unterstützt hat. © Foto: Ralf Snurawa
Blaufelden / Ralf Snurawa 05.12.2018
Vergangene Woche wurde in Wiesenbach mit einer Gründungsversammlung der angestrebte Dorfladen weiter vorangebracht.

Etwa 80 Personen hatten sich am Freitagabend in der Lötholzhalle zur Gründung einer haftungsbeschränkten Unternehmergesellschaft eingefunden. Der Dorfladen soll schnellstmöglich Realität werden. Oberstes Ziel soll sein, nach Möglichkeit alle Bürger vor Ort einzubinden.

Was die ideale Rechtsform eines solchen Dorfladens sei, darüber und zu weiteren Fragen rund um den Dorfladen hatten sich die Wiesenbacher von Wolfgang Gröll beraten lassen. Der vom Starnberger See kommende Unternehmensberater ist für das „Dorfladen-Netzwerk“ tätig.

Ihm sei es auch zu verdanken, dass man so schnell bei den Planungen vorangekommen sei, hieß es bei der Gründungsversammlung. Die leitete, durch Wahl bestätigt, Kevin Leiser, der mithilfe von Wolfgang Gröll durch die Abstimmungen über Bestimmungen der Unternehmergesellschaft (UG) von der Mindesteinlage (200 Euro) bis zur Auflösung des Unternehmens führte.

Gruppe erwirbt Volksbank

Zuvor gaben die verschiedenen ehrenamtlich tätigen Arbeitsgruppen Berichte über ihre Tätigkeiten. Für den Bereich Standort und Gebäude stellte Achim Stein fest, dass man sich am Ende für das Volksbankgebäude entschieden habe. Ortsvorsteher Manfred Glemser, der für die Arbeitsgruppe Finanzen sprach, ergänzte noch, dass der Erwerb der Volksbank-Filiale von einer achtköpfigen Gruppe finanziert werde, deren rechtliche Form noch nicht feststehe.

Man habe sich auch gegen einen Neubau entschieden, weil dieser nicht zu finanzieren sei. Dafür hätte ein Kredit von 350.000 Euro aufgenommen werden müssen. So werden es – auch durch mögliche ehrenamtliche Eigenleistungen – mindestens 150.000 Euro weniger sein. Glemser unterstrich, dass die angestrebte Mindesteinlage der UG 50.000 Euro umfassen solle und die Zahl der stillen Gesellschafter 120. Bis zum 31. Januar 2019 solle dies erreicht werden.

Glemser verwies darauf, dass es seit über einem Jahr regelmäßige Treffen zum Dorfladen gegeben habe, darunter zwei Bürgerversammlungen, und eine den Dorfladen befürwortende Umfrage unter den Einwohnern. Solch ein Dorfladen stärke nicht nur den Einzelnen, sondern auch die Gemeinschaft und mache den Standort Wiesenbach für Jung und Alt attraktiver und damit zukunftsfähiger. Außerdem gebe es auch noch Zuschussmöglichkeiten bei der Finanzierung über staatliche Förderprogramme wie Leader und ELR.

Spenden, eine Tombola und ein Dorffest hätten schon einmal 1500 Euro erbracht. Julia Sachs von der für die Bewerbung der Dorfladen­idee zuständigen Arbeitsgruppe verwies besonders auf die selbst gemachten Preise für die Tombola und meinte: „Jeder kann dazu beitragen, unseren Dorfladen zu unterstützen.“

„Nur gemeinsam kann es unser Dorfladen werden“, hatte Tanja Piller von der Ladeneinrichtungsgruppe vorausgeschickt. Auch nach der Eröffnung solle es noch Aktionen im Dorfladen für diese Einrichtung geben.

Andere Konzepte angeschaut

Man habe sich in der Gruppe andere Dorfläden und Konzepte angeschaut und dabei Ideen gesammelt, wie ein ideales Konzept aussehen könne. Klar ist bereits jetzt, dass das Sortiment im Vergleich zu einem Supermarkt weniger Produkt-Varianten umfassen werde: statt fünf eben nur zwei. Schwierigster Teil des Projekts werde es sein, geeignetes Personal zu finden. Ein kleines Café solle überdies die Menschen zusammenbringen.

Was die Einrichtung des Dorfladens betrifft, betonte Sebastian Glemser als Moderator der Fragerunde, dass neben den UG-Einlagen, dem Bankkredit und dem Immobilienerwerb die Rückkaufgarantie des Dorfladen-Netzwerks zu bei ihnen erworbenen Einrichtungsgegenständen die vierte Säule der Finanzierung sei.

58 stille Gesellschafter und eine Gesamteinlage von 20.500 Euro konnte die Dorfladen-UG dann am Ende des Abends verzeichnen. Sie wählten am Ende für eine Dauer von zwei Jahren Regine Keitel, Yvonne Völkert, Achim Stein und Sebastian Glemser zu ihren vier Beiräten.

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