Mistlau "Naturnah" am Quellhof in Mistlau - Ausbildung zum Naturpädagogen geschafft

Gute Stimmung am Feuer: Die frisch zertifizierten Naturpädagogen mit ihrem Dozententeam vom Quellhof.
Gute Stimmung am Feuer: Die frisch zertifizierten Naturpädagogen mit ihrem Dozententeam vom Quellhof. © Foto: Hartmut Volk
Mistlau / HARTMUT VOLK 27.10.2015
Zum zertifizierten Naturpädagogen haben sich die Absolventen der Ausbildungsgruppe "Naturnah" am Quellhof qualifiziert. In lockerer Runde am Lagerfeuer bekamen sie ihre Testate ausgehändigt.

Das Team am Quellhof kann auf 20 Jahre Erfahrung in der Natur- und Erlebnispädagogik zurückblicken. Die naturnahe Lage des anthroposophisch orientierten Seminarhauses und Schullandheims direkt an der Jagst, inmitten von Wiesen und Wäldern, bietet viele Möglichkeiten, Natur mit allen Sinnen zu erleben. "Naturnah" nannte deshalb die Natur- und Erlebnispädagogin Beate Meyer-Heinrich ihr Konzept einer zweijährigen Ausbildung für alle, die einen tieferen Zugang zur Natur suchen oder sich als Pädagogen, Erzieher oder Gruppenleiter naturpädagogisch weiterbilden wollen.

Mit im Dozententeam sind Diplomgeograf Jörg Thimm-Hoch, der am Quellhof die Arbeit mit Schülern und Jugendlichen begründet hat, sowie Hans-Jochen Wagner, Honorarprofessor an der Hochschule Esslingen und Dozent an der staatlichen Fachschule für Sozialpädagogik in Göppingen, die als Kooperationspartner für die Zertifizierung der Ausbildungsteilnehmer mit dem Quellhof zusammenarbeitet.

An sieben Themenwochenenden am Quellhof und auf einer viertägigen Gebirgstour in den Alpen lernten die 15 Seminarteilnehmer die Natur als reiches Erfahrungsfeld kennen und näherten sich auf kreative und erlebnisreiche Weise verschiedenen Landschaftselementen wie Wald, Schlucht oder Fluss. Vor Ort erhielten sie umfassende Einblicke in das jeweilige Ökosystem, lernten Wildkräuter und Vogelstimmen kennen, trainierten mit Karte und Kompass die Orientierung im Gelände, untersuchten Boden und Gewässer, übten sich im Baumklettern, Feuermachen und Kanufahren und gestalteten aus Naturmaterialien Landart-Kunstwerke.

Weitere Ausbildungselemente sind ein zehntägiges Praktikum sowie die Erstellung einer selbst gewählten Projektarbeit, in der das Gelernte in der Praxis Anwendung findet. Die Arbeiten wurden nun am zurückliegenden letzten Seminarwochenende präsentiert und gemeinsam mit den Kommilitonen und Dozenten kritisch reflektiert.

Er habe selten in so kurzer Zeit so viele neue Gedanken und Ideen kennengelernt, sagte Dozent Jörg Thimm im Anschluss an die beiden Präsentationstage. Die Arbeiten trugen Titel wie "Den Wald mit allen Sinnen erleben", "Das innere Kind nähren und die Kraft der Natur erfahren" oder "Mit Ronja Räubertochter in den Haftenwald" - so nannte zum Beispiel Monika Brame ihr Projekt, das sie bei drei Waldtagen im Kinderferienprogramm ihrer Heimatgemeinde Kirchhardt durchführte. Die Heldin des erfolgreichen Kinderromans ist für die 51-Jährige ein Vorbild im achtsamen Umgang mit der Natur. Ronjas Abenteuer hat die Sozialpädagogin als Rahmenhandlung für ihre Aktionen mit den Sieben- bis Elfjährigen gewählt, ist mit ihnen den Spuren der Waldtiere gefolgt und hat sie angeregt zum Basteln von kreativen Waldgeistern.

Obwohl die Teilnehmer hinsichtlich Alter, Beruf und Herkunft ein sehr gemischtes Völkchen bildeten, sind sie über die gemeinsamen Wochenenden am Quellhof zu einer engen Gemeinschaft zusammengewachsen. Und so schwang bei aller Freude über den gelungenen Abschluss und das Zertifikat bei allen auch ein Tropfen Wehmut darüber mit, dass man künftig in dieser Konstellation wohl nicht mehr gemütlich am Lagerfeuer sitzen wird.

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