Wenn Matthias Schwarz über das Laufen spricht, spürt man die Begeisterung des 49-Jährigen. Der Bankbetriebswirt ist spät zum strukturierten Laufen gekommen. Mittlerweile aber gehört es für ihn zum Tagesablauf. Auslöser war ein Work-Life-Balance-Seminar. „Ja, das war nicht unwichtig. Die Quintessenz damals war: Tue etwas Gutes für dich selbst“, berichtet er. Schwarz war schon zuvor ein Läufer, „aber das war alles unstrukturiert. Von 2005 an habe ich dann das Training sukzessive gesteigert. Ich habe gemerkt. Es macht mir Spaß. Und dann kam auch noch der Erfolg dazu.“

Die Motivation ist auch heute noch groß, wenngleich Matthias Schwarz das Laufen nun stärker unter den Fokus der Gesundheit stellt. „Ich bin ein Wettkampftyp und brauche die Wettkämpfe auch. Aber diese Regelmäßigkeit muss nicht mehr sein.“

Regenieren nach dem Laufen ist wichtig

Einmal hat er zwei Läufe an einem Wochenende bestritten. „Da habe ich gemerkt. Das ist einfach zu viel für mich.“ Das Motto lautet nun: „Mit Maß und Ziel.“ Das sei auch die Folge eines Austauschs mit einer Ärztin gewesen. „Als Martin Beckmann beim Dreikönigslauf dabei war, sagte er, dass das richtige Regenerieren immens wichtig ist.“ Das habe die Ärztin bestätigt. „Sie hat dann aber noch hinzugefügt: Die Zeit zum Regenerieren habt ihr Hobbyläufer gar nicht, weil ihr den Tag darauf gleich wieder im Beruf gefordert seid.“

Macht mit bei Lauf geht’s - und schafft noch in diesem Jahr den Halbmarathon in Ulm! Hier anmelden!

Matthias Schwarz ist ein Läufer, der am Morgen unterwegs ist. „Auch wenn ich mich nicht als den natürlichen Frühaufsteher bezeichnen würde, habe ich kein Problem damit. Das hat sich allerdings auch einfach so ergeben. Damals waren meine Kinder noch jünger. Wenn ich am Abend gelaufen wäre, hätte ich sie kaum noch gesehen.“

Über die Jahre hat sich ein Automatismus entwickelt. Ein Glas Wasser nach dem Aufstehen – und dann geht es los. Eine Sache aber ist für Matthias Schwarz wichtig, um laufend in den Tag zu starten. „Ich muss am Abend meine Lauf­utensilien schon zurechtgelegt haben. Ich suche die für das Wetter passende Kleidung aus. Im Winter ist auch die Stirnlampe immer dabei. Wenn ich die Sachen erst am Morgen zusammensuchen müsste, hätte ich sehr wahrscheinlich schon keine Lust mehr.“

Ideen beim Laufen

Das Laufen rund um Braunsbach sei so etwas wie Meditation. „Ich weiß nicht, ob der Begriff ganz passt. Aber tatsächlich ist es für mich eine Vorbereitung auf den Tag.

Manchmal kommen mir dabei auch Ideen, die wirklich phänomenal sind“, berichtet er mit einem Schmunzeln.

„Theoretisch müsste ich ein Notizbuch dabeihaben, aber praktisch geht das natürlich nicht.“

Auf Schotter und Asphalt ist er die meiste Zeit unterwegs, läuft häufig zwischen 14 und 18 Kilometer. „Auch das hat sich einfach so ergeben. Wenn ich weniger als 45 Minuten laufe, lohnt sich das nicht.“ Der berühmte „Flow“ stellt sich bei ihm sonst nicht ein.

Das Konzept von Lauf geht’s gefällt ihm. Gerade, dass in einer Gruppe gelaufen wird, sei für Einsteiger wichtig.

Das Zusammenlaufen, das Sich-austauschen-­Können habe er zu Beginn sehr geschätzt. Das Ziel von Lauf geht’s ist ein Halbmarathon. „Das ist eine tolle Strecke“, meint Matthias Schwarz. 2006 habe er sich zum ersten Mal an die etwas mehr als 21 Kilometer herangewagt. „Das war beim Trollinger-Marathon. Ich dachte: Das muss ich einfach ausprobieren. Ich bin für die Geno-Runners gelaufen. Wir hatten gleich großen Erfolg und haben die Teamwertung gewonnen“, erinnert er sich gerne.

Matthias Schwarz läuft viel alleine. Deshalb schätzt er das Gemeinsame nach dem Zieleinlauf besonders. „Das ist einfach schön.“

Info Die Lauftreff-Termine der Aktion Lauf geht’s in Gaildorf stehen jetzt fest: Sie sind donnerstags um 19 Uhr in Gaildorf und in Fichtenberg. In Crailsheim finden die Lauftreffs dienstags um 19 Uhr und in Schwäbisch Hall montags um 18 Uhr statt. Trainingsstart ist Anfang April.

Emotionaler Sieg beim Muswiesenlauf 2014


In seiner Jugend hat Matthias Schwarz Fußball beim TSV Braunsbach gespielt. Später wechselte er zum Tischtennis und zum Volleyball, das er immer noch gerne spielt.

Matthias Schwarz’ Laufkarriere begann Mitte der 2000er-Jahre. 2008 siegte er beim Gaildorfer Kocherlauf über die Zehn-Kilometer-­Strecke. Viele Podestplatzierungen folgten. Seine erfolgreichste Zeit hatte Matthias Schwarz zwischen 2012 und 2014. So gewann er 2014 in Rothenburg ob der Tauber den Halbmarathon. In seiner Altersklasse ist Matthias Schwarz kaum zu schlagen: Mehr als 14 Altersklassensiege zeugen davon.

Zwei Erfolge sind ihm besonders wichtig. „2016 gewann ich die Gesamtwertung beim 3-Berge-Cup, obwohl ich bei keinem der drei Rennen gesiegt habe.“ Das emotionalste Erlebnis aber war der Sieg beim Muswiesenlauf 2014. „Ich lag hinter Günter Seibold, der kurz vor dem Ziel nicht mehr damit gerechnet hat, dass jemand von hinten kommt. Wenige Meter vor der Ziellinie bin ich an ihm vorbei. Auf das Zielfoto von damals werde ich heute noch angesprochen.“ ruf