Gerabronn "Menschen brauchen Menschen"

LINDA GALUMBO 31.03.2012
Sieben Kursabende, viel soziales Engagement, jede Menge Erfahrung liegen hinter ihnen: Elf Teilnehmer sind nun stolze Besitzer des Sozialführerscheins.

"Es gibt nichts Gutes. Außer man tut es." Erich Kästner hat mit diesem Satz genau das angesprochen, was hinter dem Konzept des Sozialführerscheins steckt. "Der Sozialführerschein ist eine Möglichkeit, dass sich Ehrenamtliche auf Arbeit im sozialen Bereich vorbereiten können - ohne Verpflichtungen", sagt Diakon Martin Heubach, der zufrieden auf die Bilanz und auch in die zukünftigen Kurse blickt. Die Teilnehmer hätten engagiert mitgearbeitet, und das bestärke ihn nur in seinem Konzept.

Herta Seitz (54) aus Kirchberg erzählt von ihren Erfahrungen und Erlebnissen der letzten Wochen. Sie war unter anderem in der Demenzgruppe in Kirchberg aktiv: "Ich habe einen Einblick in die Altenbetreuung bekommen und hätte vorher nie gedacht, wie zeitaufwendig dieses Aufgabenfeld ist." Der Grund, den Sozialführerschein zu erwerben, lag für sie darin, ihre Freizeit sinnvoll zu nutzen.

Auch Elfreda Albus aus Rot am See hält das Abschlusszertifikat stolz in den Händen. "Ich sehe die Welt nun mit ganz anderen Augen", erzählt die 49-Jährige. Sie bekam einen Einblick in den Freundeskreis Asyl und fand es erschreckend, dass es Menschen gibt, die schon längere Zeit in Deutschland leben und sich nicht verständigen können. Auf diesem Gebiet möchte sich die pensionierte Lehrerin Gabriele Fohrer (62) aus Gerabronn engagieren. Sie könnte sich vorstellen, Asylbewerbern Deutschunterricht zu geben. Bürgermeister Klaus-Dieter Schumm bedankte sich bei allen Teilnehmern für ihr ehrenamtliches Engagement und vor allem für ihr Durchhaltevermögen. "Der Sozialführerschein setzt Hilfsbereitschaft voraus und verlangt, dass man seine Freizeit dafür einsetzt, um die Hilfe zu perfektionieren", sagte Schumm.

Dekan Siegfried Jahn betonte, wozu man in der Lage sein kann, wenn man etwas wirklich will. Das war auch die Erkenntnis vieler Teilnehmer. "Menschen brauchen Menschen, um im Leben voranzukommen", gab er den Kursteilnehmern mit einem Lächeln auf den Weg. Denn oftmals ist es nur eine Kleinigkeit wie ein Lächeln, das einem anderen guttun kann.