Landkreis "Mehrwert fürs Dorf"

Geldspritze für die Gemeinden auf dem Land: Die Sanierung des alten Kocherstegs beim ehemaligen Salzbergwerk Wilhelmsglück (im Bild die Einweihung im April 2011) hat das Land 2009 mit 106000 Euro gefördert. Archivfoto: Thumilan Selvakumaran
Geldspritze für die Gemeinden auf dem Land: Die Sanierung des alten Kocherstegs beim ehemaligen Salzbergwerk Wilhelmsglück (im Bild die Einweihung im April 2011) hat das Land 2009 mit 106000 Euro gefördert. Archivfoto: Thumilan Selvakumaran
KARSTEN DYBA 19.04.2014
2,9 Millionen Euro fließen aus dem Entwicklungsprogramm ländlicher Raum (ELR) in den Landkreis. Den größten Zuschuss erhält eine Firma in Untermünkheim, um in neuen Räumen wachsen zu können.

Anträge auf Zuschüsse aus dem ELR habe es vergangenes Jahr nur unwesentlich weniger gegeben, dafür sank das finanzielle Volumen, erklärt der Wirtschaftsförderer des Kreises, Helmut Wahl. Das Ergebnis könne sich dennoch sehen lassen: Knapp drei Millionen Euro insgesamt überweist das Ministerium für den ländlichen Raum und Verbraucherschutz dieses Jahr an Kommunen und an Bauherren im Landkreis. Das Geld soll die Strukturentwicklung der Gemeinden auf dem Land fördern, um den sogenannten ländlichen Raum attraktiv zu erhalten.

Zwar sei diesmal weniger Geld in den Kreis geflossen, so Wahl, "trotzdem sind wir gut bedient". Die kommunalen Großprojekte wie beispielsweise Sanierungen von Turn- und Festhallen seien längst erledigt. Jetzt stünden nun vor allem private Projekte mit Zuschüssen um 20000 Euro an, bei denen es vor allem darum geht, Arbeitsplätze zu sichern oder zu schaffen.

"Für uns ist das ein wichtiges zusätzliches Gestaltungsinstrument", betont der Bühlertanner Bürgermeister Michael Dambacher. Es böte beispielsweise Anreize, alte Gebäude neu zu nutzen. In seiner Gemeinde wird dank ELR Wohnraum im Teilort Halden saniert und ein Betrieb in Kottspiel erweitert.

Größter Nutznießer des ELR im Kreis ist die Untermünkheimer Firma Magnetic, die mit einem Zuschuss in Höhe von 165000 ins Gewerbegebiet Übrigshausen umzieht und dort eine Lager- und Fertigungshalle mit Bürotrakt baut. "An gewerblicher Entwicklung ist bei uns dank des ELR schon viel gelaufen", bestätigt Bürgermeister Christoph Maschke. Er lobt die große Wertschöpfung des Programms. Das erschlossene Gewerbegebiet in Übrigshausen sei inzwischen voll. Nun soll es erweitert werden.

Aber auch Betriebe in Ilshofen und Rosengarten-Uttenhofen erhalten Zuschüsse. Unterstützt werden Unternehmen bei Neubauten, Erweiterungen oder Sanierungen. Für 24 solcher Vorhaben im Kreis stellt das Land rund 1,5 Millionen Euro bereit. Dadurch würden etwa 60 Arbeitsplätze im Kreis geschaffen, so das Landratsamt.

So werden im Braunsbacher Gasthof zum Löwen mit einem Zuschuss in Höhe von 73000 zusätzliche Gästezimmer geschaffen - zur Sicherung der Grundversorgung, wie es seitens der Behörden heißt, aber auch zur Tourismusförderung. Bedarf ist da: Durch den Kocher-Jagst-Radweg würden in seiner Gemeinde mehr Unterkünfte gebraucht, sagt Bürgermeister Frank Harsch. Er hält das ELR für eine "tolle Sache". Im Teilort Döttingen wird beispielsweise die Baracke einer ehemaligen Färberei zu Wohnraum umgebaut, in Jungholzhausen eine Scheune. Projekte wie dieses seien "ein echter Mehrwert fürs Dorf", so Harsch. Fördergelder gibt es auch für den Umbau landwirtschaftlicher Gebäude. 28 Bauherren aus dem Kreis erhalten hierfür knapp 900000 Euro. Auch Kommunen erhalten Zuschüsse für derartige Entwicklungsprojekte.

ELR-Zuschüsse im Altkreis Schwäbisch Hall