Gemeinderat „Kurz vorm Kollabieren“

Die Kanalarbeiten in Wildenstein können beginnen: „Wir haben die Erlaubnis für den vorzeitigen Baubeginn bekommen“, sagt Hauptamtsleiter Jochen Trollmann.
Die Kanalarbeiten in Wildenstein können beginnen: „Wir haben die Erlaubnis für den vorzeitigen Baubeginn bekommen“, sagt Hauptamtsleiter Jochen Trollmann. © Foto: Symbolfoto: Carlucci
Fichtenau / Jens Sitarek 13.10.2018

In dieser Woche stand in der Gemeinde Fichtenau eine außerplanmäßige öffentliche Gemeinderatssitzung an. Und diese kannte, sieht man mal von dem Punkt Verschiedenes ab, lediglich einen Tagesordnungspunkt: Kanalsanierung Wildenstein. Das Thema ist nicht neu.

Im Zuge einer Videoinspektion des Rohrnetzes der Kanalisation, die schon etwas länger zurückliegt, wurden verschiedene Schäden festgestellt: Kanaleinbrüche, Scherbenbildung, Korrosion, Risse, Muffenversätze, Wurzeleinwüchse, nicht fachgerecht eingebaute Stutzen und Undichtheiten. Zu den Schäden der Schadensklassen 0, 1 und 2 wurde dann ein Zuschussantrag mit Gesamtkosten von rund 540 000 Euro gestellt. Dieser wurde abgelehnt.

Bei zwei Teilen der Gesamtmaßnahme besteht jedoch in Wildenstein „unmittelbarer Handlungsbedarf“, so steht es in der Vorlage zur Juli-Sitzung des Gemeinderates. Damals fasste das Gremium den Beschluss, für einen ersten Bauabschnitt einen erneuten Förderantrag, verbunden mit einem Antrag auf vorzeitigen Baubeginn, zu stellen.

Die Gefahr von Rückstau

Zum einen sollen fünf Teilabschnitte des Kanals in der Hauptstraße saniert werden. Dies ist notwendig, weil das Land die Ortsdurchfahrt entlang der Hauptstraße erneuert. Zum anderen soll ein Hauptsammler südlich der Straße „Im Kappelbusch“ saniert werden. Dort besteht die Gefahr von Rückstau bei Starkregenereignissen, der Kanal sei „kurz vorm Kollabieren“, hieß es in der Juli-Sitzung.

„Den hat es zusammengedrückt wie einen Hamburger“, so formulierte es Steffen Kunert. „Die Frage, da was zu machen, stellt sich nicht. Wir müssen was machen.“ Kunert arbeitet beim Ingenieurbüro CDM Smith Consult in Crailsheim, das von der Gemeinde mit der Ausschreibung für die Kanalarbeiten beauftragt wurde.

Ein Anwohner massiv betroffen

„Im Kappelbusch“ sei ein Anwohner massiv betroffen, bestätigt Fichtenaus Ortsbaumeister Alfons Fischer auf Nachfrage. Es könne sein, „dass Wasser unkontrolliert in die Landschaft läuft“ und zwar über dessen Privatgrundstück – und das dürfe nicht sein.

Obwohl Kunert in der Juli-Sitzung noch davon ausging, dass es schwierig sein dürfte, „für so eine Kleinmaßnahme eine Firma zu finden, die im Oktober beginnt“, ist es gelungen. Es meldeten sich sogar sechs. Der Gemeinderat vergab den Auftrag in der vergangenen Sitzung für rund 119 000 Euro an die Firma Hans Fuchs aus Ellwangen. Baubeginn soll noch in diesem Jahr sein.

„Wir haben die Erlaubnis für den vorzeitigen Baubeginn bekommen“, sagt Hauptamtsleiter Jochen Trollmann. Ein Risiko allerdings bleibt: Wenn auch der zweite Förderantrag abgelehnt wird, trägt die Gemeinde die kompletten Kosten selber. Auf der anderen Seite winken 80 Prozent Förderung. Von diesem Satz ging Kunert im Juli aus.

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