Bildung „Jeder Babysitter verlangt mehr“

Betreuung in den Oster-, Pfingst- und Sommerferien: So wie hier in der Lindenschule in Geislingen könnte es auch bald in der Christoph-von-Pfeil-Schule in Unterdeufstetten aussehen.
Betreuung in den Oster-, Pfingst- und Sommerferien: So wie hier in der Lindenschule in Geislingen könnte es auch bald in der Christoph-von-Pfeil-Schule in Unterdeufstetten aussehen. © Foto: Ferienbetreuung in der Lindenschule Geislingen. Foto: Markus Sontheimer
Fichtenau / Jens Sitarek 14.02.2018
Die Gemeinde Fichtenau erweitert das Betreuungsangebot am Schulzentrum in Unterdeufstetten probehalber um eine Ferienbetreuung. Der Erfolg hängt davon ab, wie viele Kinder angemeldet werden.

Betreuungsangebote am Schulzentrum in Unterdeufstetten sind nicht neu. Es gibt bereits welche während der Schulzeiten montags bis freitags von 7 bis 8.30 Uhr sowie montags bis donnerstags von 11 bis 15.30 Uhr. Im Oktober vergangenen Jahres kam eine Hausaufgabenbetreuung hinzu. Und nun wird das Angebot um eine Ferienbetreuung erweitert: eine Woche in den Osterferien (26. bis 29. März), eine Woche in den Pfingstferien (22. bis 25. Mai), drei Wochen in den Sommerferien (26. Juli bis 17. August) – jeweils von 7.30 bis 13 Uhr. Vom Gemeinderat gab es dafür in der vergangenen Sitzung grünes Licht.

Die Ferienbetreuung wird von zwei Personen mit Programm gefüllt und kann lediglich wochenweise gebucht werden. Kostenpunkt: 35 Euro pro Woche und Kind, die zwei Tage zu Beginn der Sommerferien kosten 14 Euro.  Das Angebot ist für die Schüler der Klassen 1 bis 4 gedacht. Es können aber auch Fichtenauer Kinder, die die fünfte Klasse einer anderen Schule besuchen, angemeldet werden.

Ab 27 Kindern kostendeckend

„Wenn wir unsere Schule sanieren, müssen wir auch Geld in die Hand nehmen, um sie zu füllen“, findet Gemeinderat Peter Trampert. Etwas unsicher war man sich im Gremium bei der Höhe der Gebühren, es gab einige, die empfanden sie als zu niedrig. Eine Ferienbetreuung sei ihm „mehr wert als sieben Euro pro Tag“, sagte Steffen Lüdtke, und fügte hinzu: „Jeder Babysitter verlangt mehr.“

„35 Euro finde ich sehr günstig“, so klang das bei Gerald Ilg. Um das finanzielle Risiko für die Gemeinde überschaubarer zu halten, regte er eine Teilnehmerzahl von mindestens zehn Kindern an. Dazu muss man wissen, dass das Angebot erst ab 27 Kindern kostendeckend ist. Pro Betreuungstag entstehen Personalkosten von rund 187 Euro.

Für die Gemeindeverwaltung sind 35 Euro der richtige Einstieg, wie es heißt. Hauptamtsleiter Jochen Trollmann, der das Konzept vorstellte, würde „nicht von vornherein einen Haken einbauen“, was die Teilnehmerzahl angeht. Außerdem sieht er die Ferienbetreuung „nicht als alleinstehendes Angebot, dass man kostendeckend fahren muss“. Für Gemeinderat Uwe Krautschneider ist Folgendes wichtig: „Wenn man es anbietet, muss es verbindlich sein.“

Bürgermeisterin Anja Wagemann berichtete in der Sitzung von einigen Interessenten, sagte aber auch: „Es dauert, bis sich so etwas etabliert.“ „Wie die Nachfrage sein wird, wissen wir nicht“, betonte Trollmann. Vielleicht müsse man „eine gewisse Durststrecke überwinden“.

Geht es nach Gemeinderat Herbert Kaspar, sollte die Gemeinde die Ferienbetreuung „das erste Jahr durchziehen“. Und so wird es sein. Im Beschlussantrag steht jetzt, dass das Angebot ein Jahr lang erprobt wird. Danach wird man weitersehen.

Info Anmeldeformulare gibt es unter www.fichtenau.de oder im Sekretariat der Christoph-von-Pfeil-Schule. Anmeldeschluss ist wie folgt: 12. März (für die Osterferien), 7. Mai (für die Pfingstferien), 9. Juni (für die Sommerferien).

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