"Ich bin zutiefst entsetzt" - Reaktionen auf die Schmierereien am Flüchtlingsheim

SWP 28.06.2014

"Raus" stand gleich vierfach an der Wand des neuen Crailsheimer Asylbewerberheims, daneben fand sich ein spiegelverkehrtes Hakenkreuz und eine "88" - was für "Heil Hitler" steht. Landrat Gerhard Bauer und Baubürgermeister Herbert Holl nehmen hier Stellung.

Landrat Bauer: "Diesen Vorfall bedauere ich ganz außerordentlich. Ich bin zutiefst entsetzt, dass es Leute gibt, die ihren Mitmenschen derart üble Schmierereien zumuten. Die Polizei hat die Sache unverzüglich aufgenommen. Vonseiten des Landratsamts wurde Strafantrag gegen unbekannt gestellt."

Baubürgermeister Holl in Vertretung von OB Rudolf Michl: "Leider gibt es bei uns noch Menschen mit solchem Gedankengut. Wir sollten dem Vorfall so wenig Öffentlichkeit schenken als möglich. Die strafrechtliche Verfolgung ist ja angelaufen und ich hoffe, dass sich die Asylheimbewohner weiterhin sicher bei uns fühlen. Viel eher möchte ich die Arbeit der vielen engagierten Crailsheimerinnen und Crailsheimer im neu gegründeten Freundeskreis Asyl in den Vordergrund rücken. Für den Landkreis ist die Unterbringung von Asylsuchenden keine leichte Aufgabe und jede Unterstützung tut gut. Aus geschichtlichen und humanen Gründen sind wir zu einem fairen Asylverfahren verpflichtet. Ich kann meine Mitbürger nur bitten, dies zu akzeptieren und den Asylsuchenden mit Respekt, Freundlichkeit und der gebührenden Höflichkeit zu begegnen. Das ist doch eine Selbstverständlichkeit."