Blaufelden "Gute Pflege ist gefährdet"

Mit Blumen würdigten Monika Burkert, Brigitte Knülle und Erwin Landwehr (vordere Reihe von links) den Einsatz der Diakoniestation-Mitarbeiter. Privatfoto
Mit Blumen würdigten Monika Burkert, Brigitte Knülle und Erwin Landwehr (vordere Reihe von links) den Einsatz der Diakoniestation-Mitarbeiter. Privatfoto © Foto: STEGMAYER_R
PM 19.05.2015
Zum Tag der Pflege meldete sich die Diakonie mit einem bundesweiten Aktionstag zu Wort und machte auf Probleme aufmerksam. Die Diakoniestation Blaufelden würdigte zudem ihre Mitarbeiter.

Die Diakoniestation Blaufelden will jedes Jahr zum Tag der Pflege am 12. Mai (an diesem Tag wurde anno 1820 Florence Nightingale geboren, die Begründerin der modernen westlichen Krankenpflege) eine Personengruppe besonders in den Mittelpunkt stellen.

Dieses Jahr waren es die Mitarbeiter. Geschäftsführer Erwin Landwehr und Brigitte Knülle und Monika Burkert von der Pflegedienstleitung überreichen den Mitarbeitern aus Pflege und Hauswirtschaft jeweils ein Usambaraveilchen - als Zeichen der Dankbarkeit und Wertschätzung für ihren Dienst an den Menschen zu Hause.

Erwin Landwehr dankte in diesem Zusammenhang seinem Team auch noch einmal für das hervorragende Ergebnis mit der Note 1,0, das die Diakoniestation Blaufelden im Frühjahr 2015 bei der routinemäßigen Prüfung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen erzielt hat.

Die neuen Mitarbeiter werden auch dieses Jahr im jährlichen Diakonie-Gottesdienst eingesetzt und von Diakonie-Pfarrer Markus Hammer eingesegnet. Dieses Jahr findet der Gottesdienst mit dem Diakonie-Chor am 28. Juni um 10 Uhr in der evangelischen Kirche in Hengstfeld statt.

In ganz Württemberg verteilten Diakonie-Mitarbeiter am "Tag der Pflege" Blumen an Passanten und an Politiker. "Der demografische Wandel, der immer größer werdende Mangel an Fachkräften in der Pflege und die nicht ausreichende Refinanzierung von Pflegeleistungen gefährden die gewohnt gute Pflege", warnte Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks Württemberg.

Die Zunahme der Anzahl alter und schwer pflegebedürftiger Menschen und der steigende Fachkräftemangel führen zu einer immer größeren Arbeitsverdichtung beim Pflegepersonal. "Durch die kürzeren Behandlungszeiten in den Krankenhäusern kommen immer mehr Menschen sehr früh aus dem Krankenhaus, und die Pflegekräfte im Heim oder zu Hause müssen sie weiter behandeln und pflegen", erklärte Eva-Maria Armbruster, Stellvertreterin des Vorstandsvorsitzenden des Diakonischen Werks Württemberg.

Zudem stehen diakonische Pflegedienste und Pflegeheime unter wirtschaftlichem Druck. In den vergangenen Jahren sind Löhne, Gehälter und Sachkosten kontinuierlich angestiegen. Die Pflege- und Krankenkassen sowie die Sozialhilfeträger haben ihre Vergütungen jedoch nicht in dem Maße angehoben, wie es die Kostensteigerungen notwendig machen.

Dies hat zu einer strukturellen Unterfinanzierung der Pflegeleistungen geführt. Auch der Zeitdruck stieg: In der ambulanten Pflege müssen in einer Pflegetour 20 bis 30 Prozent mehr Patienten versorgt werden als vor 15 Jahren.